Eine Antriebsstörung ist eine krankhafte Veränderung des Antriebs, also der Kraft und Motivation, aus der heraus Menschen handeln. Der Antrieb kann vermindert sein, etwa bei einer Depression, oder gesteigert, etwa bei einer Manie. Eine Antriebsstörung ist ein Symptom verschiedener Erkrankungen und keine eigene Diagnose.
Was ist eine Antriebsstörung?
Das Wort „Antrieb“ bedeutet in der Allgemeinsprache Anstoß, Anreiz oder Beweggrund. Die Klassifikation ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Störungen von Motivation und Energie als eigene Gruppe von Symptomen. Motivation meint dort den Vorgang, der zielgerichtetes Handeln anstößt und aufrechterhält, Energie die Kraft für anhaltende körperliche oder geistige Tätigkeit.
Ein verminderter Antrieb zeigt sich als allgemeiner Mangel an Schwung, sinnvolle Ziele zu verfolgen. Betroffene nehmen dann etwa weniger an Arbeit, Schule oder Treffen mit anderen teil. Bei gesteigertem Antrieb haben Menschen deutlich mehr Energie und stürzen sich in viele Vorhaben zugleich.
Wo kommt eine Antriebsstörung vor?
Ein verminderter Antrieb gehört zu den Hauptmerkmalen einer Depression. Manche erleben ein Morgentief, bei dem Stimmung und Antrieb vor allem am Morgen gedrückt sind. Bei einer Manie ist der Antrieb dagegen gesteigert, was zu Überaktivität, Rededrang und vermindertem Schlafbedürfnis führt. Bei der Bipolaren Störung wechseln beide Zustände.
Auch bei Schizophrenie kann der Antrieb nachlassen. Nach länger dauernder Erkrankung zeigen sich dann etwa Passivität, Initiativemangel und verminderte Aktivität. Bei Demenz ist ein Antriebsmangel schon im leichten Stadium häufig.
Wer hilft?
Weil hinter einem veränderten Antrieb sehr unterschiedliche Ursachen stecken können, gehört eine ärztliche Abklärung dazu. Wer etwa wegen Gedächtnisproblemen untersucht wird und zugleich freud- und antriebslos ist, sollte auch auf eine Depression hin untersucht werden. Erste Ansprechstelle kann die Hausärztin oder der Hausarzt sein, die bei Bedarf an Fachärzt:innen für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin weiterverweisen.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.