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Analytische Psychologie

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Auf den Punkt gebracht

Die Analytische Psychologie ist eine tiefenpsychologische Psychotherapiemethode, die auf den Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung zurückgeht. Sie arbeitet besonders mit Träumen, Symbolen und inneren Bildern und versteht seelische Entwicklung als Weg der Selbstwerdung. In Österreich ist sie eine anerkannte Methode der psychoanalytisch-psychodynamischen Ausrichtung.

Was ist Analytische Psychologie?

Die Analytische Psychologie zählt neben der Psychoanalyse Freuds und der Individualpsychologie Adlers zu den klassischen tiefenpsychologischen Richtungen. Sie sieht die Psyche als dynamische Mischung aus teils bewussten, teils unbewussten Komplexen. In diesen wirken Erfahrungen, Vorstellungen, Ideen und Gefühle zusammen, sie sind in der Vergangenheit entstanden und formieren sich immer wieder neu.

Ein Leitbegriff ist die Individuation, Jungs Bezeichnung für Reifung und Selbstwerdung. Neben dem persönlichen Unbewussten nahm Jung ein kollektives Unbewusstes an, in dem sich allgemeine, sogenannte archetypische Muster zeigen.

Woher kommt die Analytische Psychologie?

Die Analytische Psychologie geht auf Carl Gustav Jung zurück, der von 1875 bis 1961 lebte. Nach dem Medizinstudium in Basel arbeitete er ab 1900 an der Psychiatrischen Universitätsklinik Burghölzli in Zürich bei Eugen Bleuler. Aus Assoziationsexperimenten leitete er dort seine Vorstellung von „Komplexen“ ab, die ihm Sigmund Freuds Annahme der Verdrängung bestätigten.

Jung wurde Gründungspräsident der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung. 1913 kam es zum Bruch mit Freud, weil Jung dessen rein sexuelles Verständnis der Libido nicht teilte. In seiner Praxis in Küsnacht entwickelte er danach unter anderem die Technik der „aktiven Imagination“ und das Konzept der „Psychologischen Typen“.

Mit der Gründung des Psychologischen Clubs in Zürich 1916 entstand eine eigene Schule, die auch komplexe Psychologie genannt wird. Jungs Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus wird bis heute kontrovers diskutiert.

Wie läuft eine Therapie nach C. G. Jung ab?

Die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut bietet einen geschützten Raum, in dem Patient:innen Halt finden und Neues erproben können. Gemeinsam werden Komplexe und Konflikte aufgesucht und bearbeitet, die seelisches oder psychosomatisches Leiden hervorbringen. Zugleich sollen Begabungen und Entfaltungsmöglichkeiten gefördert werden.

Besonderes Augenmerk gilt Träumen, Fantasien und anderen symbolhaften Gestaltungen aus dem Unbewussten. Der Umgang mit diesen Bildern soll bewusst machen und darf auch kreativ sein. Wie in allen psychoanalytisch-psychodynamischen Methoden sollen frühere Erfahrungen durch neue Beziehungserfahrungen mit der Psychotherapeutin oder dem Psychotherapeuten korrigiert werden.

Meist sitzen sich beide gegenüber. Die Dauer reicht je nach Problem von Kurz- bis zu Langzeittherapien, in der Regel mit einer oder zwei Sitzungen pro Woche. Das Verfahren eignet sich für Jugendliche und Erwachsene jeden Alters, manche Psychotherapeut:innen bieten angepasste Therapien für Kinder an.

Was unterscheidet sie von der Psychoanalyse nach Freud?

Beide Schulen gehen von einem dynamischen Unbewussten aus, setzen aber verschiedene Schwerpunkte. Freud verstand die Libido als rein sexuelle Energie, Jung als allgemeinere psychische Energie, die sich in persönlichen und archetypischen Entwicklungsmustern ausdrückt. Das Konzept des kollektiven Unbewussten lehnte Freud ab. Mehr dazu steht im Glossarbegriff „Psychoanalyse“.

Wer bietet Analytische Psychologie in Österreich an?

Die Methode bieten Psychotherapeut:innen an, die darin ausgebildet und in der Berufsliste Psychotherapie eingetragen sind. In deren öffentlicher Suche lässt sich die Analytische Psychologie gezielt auswählen. Für einen Kostenzuschuss der Sozialversicherung braucht es in der Regel eine krankheitswertige psychische Störung und eine ärztliche Bestätigung.

Wo liegen die Grenzen?

Für die Wirksamkeit gibt es laut einer Übersichtsarbeit aus 2022 einige empirische Hinweise, aber großen Forschungsbedarf, vor allem an randomisierten kontrollierten Studien. Die vorliegenden Studien stammen überwiegend aus Deutschland und der Schweiz und beobachten Behandlungen unter Praxisbedingungen. Randomisierte Studien mit Vergleichsgruppe fordern die Autor:innen erst für die künftige Forschung. Die Studien zeigen Verbesserungen etwa bei Beschwerden und zwischenmenschlichen Problemen.

Ob eine Methode im Einzelfall hilft, lässt sich laut Gesundheitsministerium nur im persönlichen Gespräch klären. Weil seelische Beschwerden auch körperliche Ursachen haben können, gehört eine medizinische Abklärung dazu.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (8)