Die Akupunktmassage, kurz APM, ist eine Massageform, die sich an Vorstellungen der traditionellen chinesischen Medizin anlehnt. Statt mit Nadeln werden Meridiane und Akupunkturpunkte mit einem kleinen Stäbchen über die Haut angeregt. Entwickelt hat sie laut ihren Verbänden der deutsche Masseur Willy Penzel in den 1950er-Jahren.
Was ist Akupunktmassage?
Die Akupunktmassage ist eine Massageform in Anlehnung an Grundsätze der traditionellen chinesischen Medizin. Nach dieser Vorstellung fließt Lebensenergie, „Qi“ oder „Chi“ genannt, in Bahnen durch den Körper, den sogenannten Meridianen. Bei der APM werden diese Meridiane und die zugehörigen Akupunkturpunkte mit einem APM-Stäbchen über die Haut angeregt. Nadeln kommen dabei nicht zum Einsatz.
Laut den Berufsverbänden der Methode werden nicht nur einzelne Punkte, sondern ganze Meridianverläufe behandelt. Dazu kommen sanfte Handgriffe an Becken, Wirbelsäule und Gelenken, weil Blockaden dort nach Ansicht der Methode den Fluss in den Meridianen stören.
Woher kommt die Akupunktmassage?
Die Akupunkt-Massage geht laut der Methodenbeschreibung ihrer Verbände auf den deutschen Masseur Willy Penzel (1918–1985) zurück, der sie in den 1950er-Jahren entwickelte. Penzel verband einzelne Akupunkturpunkte zu Linien und behandelte jeweils den ganzen Meridian mit einem Stäbchen. Eine wichtige Rolle spielte für ihn die Richtung, in der die Energie in den Meridianen fließen soll.
Ende der 1970er-Jahre entwickelte der Masseur und Physiotherapeut Klaus Radloff (1940–2014) eine eigene Richtung. Die Verbände fassen beide Richtungen heute unter dem Begriff APM-Therapie zusammen.
Wie läuft eine Akupunktmassage ab?
Am Anfang steht laut Verbandsbeschreibung eine ausführliche Befragung und Tastuntersuchung. Dazu tasten APM-Therapeut:innen unter anderem das Ohr ab, dem nach der Vorstellung der Methode der ganze Körper zugeordnet ist. Auch Puls und Becken werden getastet.
Die Behandlung findet auf einer Massageliege statt. Sie folgt keinem festen Schema, sondern wird bei jedem Termin angepasst. Die Ziele werden mit der behandelten Person besprochen.
Was sagt die Forschung?
Zur Akupunktmassage nach Penzel sind in der medizinischen Literaturdatenbank PubMed kaum Studien zu finden. Eine im Jahr 2000 veröffentlichte randomisierte Studie aus Deutschland untersuchte 109 Menschen mit Kreuzschmerzen während einer stationären Reha. Wer APM erhielt, berichtete danach über etwas weniger Schmerzen und Einschränkungen als nach klassischer Massage. Die Autor:innen hielten weitere Studien zur Bestätigung für nötig.
Worauf ist zu achten?
Die Verbände nennen Einschränkungen etwa bei akuten Infektionskrankheiten, akuten Herz-Kreislauf-Problemen, akuten psychotischen Zuständen, Risikoschwangerschaften und Krebserkrankungen. Für Massagen allgemein gilt laut MSD Manual, dass bei erhöhter Blutungsneigung Blutergüsse und Blutungen möglich sind. Auf Knochen mit Osteoporose oder Krebsabsiedelungen darf kein direkter Druck ausgeübt werden.
Wer bietet Akupunktmassage in Österreich an?
In Österreich ist die Akupunktmassage fester Teil der Massageberufe. Sie gehört zum Lehrstoff in der Grundausbildung gewerblicher Masseur:innen und laut Wirtschaftskammer zu ihrem Berufsumfang. Gewerbliche Masseur:innen arbeiten aber nicht zu Heilzwecken, sondern ausschließlich vorbeugend an gesunden Menschen.
Massagen zu Heilzwecken übernehmen medizinische Masseur:innen und Heilmasseur:innen, und zwar immer nach ärztlicher Anordnung. Das Gesetz über diese Berufe nennt die Akupunktmassage ausdrücklich als Spezialmassage zu Heilzwecken.
Nach den Hygieneregeln für das Gewerbe, wie sie die Wirtschaftskammer zusammenfasst, dürfen APM-Stäbchen nicht aus Holz sein. Sie werden nach jeder Behandlung gereinigt und desinfiziert.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.
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