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Klassische Massage

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Auf den Punkt gebracht

Die klassische Massage, auch schwedische Massage genannt, bearbeitet Haut und Muskulatur direkt mit den Händen. Dabei kommen fünf Grundgriffe zum Einsatz: Streichen, Kneten, Reiben, Klopfen und Vibrieren. Sie dient dem Wohlbefinden und wird als Heilmassage auch auf ärztliche Anordnung eingesetzt.

Was ist eine klassische Massage?

Unter einer klassischen Massage versteht man in Europa die sogenannte schwedische Massage. Das Wort „massieren“ wird meist vom griechischen Wort für „kneten“ hergeleitet, das etymologische Wörterbuch nach Pfeifer hält aber das arabische „massa“ für „betasten“ als Ursprung für wahrscheinlicher. Massiert werden die betroffenen Hautregionen und die darunterliegende Muskulatur, und zwar direkt mit der Hand.

Die Methode geht davon aus, dass Schmerzen häufig von verspannten und verhärteten Muskeln ausgehen, die die Durchblutung stören und Nerven reizen. Die Massage soll deshalb die Muskulatur lockern und die Durchblutung fördern. Sie kann als Ganzkörpermassage oder als Teilmassage, etwa nur am Rücken, angewendet werden.

Woher kommt die klassische Massage?

Die schwedische Massage wurde nach Darstellung des deutschen Gesundheitsinstituts IQWiG um das Jahr 1800 in Stockholm entwickelt. Ihr Name wird oft mit Per Henrik Ling (1776–1839) verbunden. Er begründete ein schwedisches System der Gymnastik. In seinem 1813 gegründeten Zentralinstitut in Stockholm wurden auch Kranke behandelt.

Eine medizinhistorische Übersicht hält es allerdings für einen Irrtum, Ling die schwedische Massage zuzuschreiben. Ihre heutigen Griffe habe er selbst nie angewendet.

Wieder ins Blickfeld der Ärzteschaft gerückt hat die Massage im 19. Jahrhundert laut vielen Autor:innen der in Amsterdam tätige niederländische Arzt Johan Georg Mezger (1838–1909). Er übernahm französische Namen für die Griffe, die bis heute geläufig sind. Effleurage steht für das Streichen und Tapotement für das Klopfen.

Wie läuft eine klassische Massage ab?

In einer Studie zu Kreuzschmerzen lag die behandelte Person auf dem Bauch, als Gleitmittel diente Massageöl. Die Rückenmassage begann dort mit großflächigem Streichen über den ganzen Rücken. Danach wurden einzelne Muskeln gestrichen und geknetet, zum Abschluss wurde wieder gestrichen. Die Massage dauerte dort 15 bis 20 Minuten.

Je nach Druck kann eine Massage während oder kurz danach schmerzen. Manche Menschen reagieren allergisch auf Massageöl, zum Beispiel mit Hautausschlag. Bei erhöhter Blutungsneigung sind Blutergüsse und Blutungen möglich. Auf Knochen mit Osteoporose oder mit Absiedelungen einer Krebserkrankung darf kein direkter Druck ausgeübt werden.

Was sagt die Forschung?

Für Kreuzschmerzen hat eine Cochrane-Übersicht von 2015 die Studien zu Massagen zusammengefasst. Sie wertete 25 Studien mit rund 3.100 Teilnehmenden aus.

Massagen linderten die Schmerzen kurzfristig, eine länger anhaltende Wirkung war jedoch kaum belegt. Die Autor:innen hatten wenig Vertrauen in die Ergebnisse, weil die Qualität der Studien niedrig war. Als häufigste unerwünschte Wirkung nannten die Studien zunehmende Schmerzen, darüber hinaus traten nur leichte Nebenwirkungen auf.

Das IQWiG kommt für chronische Rückenschmerzen zu einem ähnlichen Schluss. Fachleute raten deshalb, Massagen höchstens ergänzend zu aktiven Behandlungen wie Bewegung einzusetzen.

Wer bietet klassische Massage in Österreich an?

In Österreich ist die gewerbliche Massage ein reglementiertes Gewerbe, für das ein Befähigungsnachweis nötig ist. Die klassische Massage gehört zu seinem Kern. Gewerbliche Masseur:innen arbeiten laut Wirtschaftskammer ausschließlich vorbeugend an gesunden Menschen, ihr Ziel ist das Wohlbefinden.

Zu Heilzwecken heißt die klassische Massage Heilmassage. Solche Massagen übernehmen medizinische Masseur:innen und Heilmasseur:innen, und dafür sind immer eine ärztliche Diagnose und Anordnung nötig. Medizinische Masseur:innen arbeiten im Dienstverhältnis unter ärztlicher oder physiotherapeutischer Aufsicht, Heilmasseur:innen auch freiberuflich. Die Krankenversicherung übernimmt die Kosten nur mit ärztlicher Verordnung.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (17)