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Trauerbegleitung

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Auf den Punkt gebracht

Trauerbegleitung unterstützt Menschen bei einem schweren Verlust, meist nach dem Tod eines nahestehenden Menschen, etwa durch Gespräche, Trauergruppen und praktische Hilfe. Trauer selbst ist keine Krankheit, sondern eine gesunde Reaktion auf einen Verlust. Hält sehr starke Trauer ungewöhnlich lange an und schränkt den Alltag ein, kann Psychotherapie sinnvoll sein.

Was ist Trauerbegleitung?

Trauerbegleitung heißt, trauernden Menschen zur Seite zu stehen, ohne ihre Gefühle bewerten oder korrigieren zu wollen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerbegleitung beschreibt das als Zuhören, Dasein, Mitfühlen und Aushalten. Oft helfen auch ganz praktische Dinge, etwa ein gemeinsamer Spaziergang oder eine Karte zum Jahrestag.

Nicht alle Trauernden brauchen eine solche Begleitung, vielen hilft ihr persönliches Umfeld. In Österreich gibt es Trauerbegleitung als Einzel- und Familiengespräch, in Trauergruppen oder Trauercafés. In der Hospiz- und Palliativversorgung beginnt sie oft schon vor dem Tod, weil auch eine Diagnose Abschied bedeutet, und begleitet Angehörige über den Tod hinaus.

Wie verläuft Trauer?

Jeder Mensch trauert anders, und es gibt kein richtiges oder falsches Trauern. Möglich sind Schock, Gefühlstaubheit, starke Erschöpfung, überwältigende Traurigkeit, Schuldgefühle, Wut und Ärger. Die Trauer kommt oft in Wellen und klingt meist mit der Zeit von selbst ab. Auch Liebeskummer oder der Verlust des Arbeitsplatzes oder der Gesundheit können Trauer auslösen.

Phasenmodelle, etwa von der Psychologin Verena Kast, beschreiben einen Weg vom Schock über heftige Gefühle und eine Zeit des Erinnerns bis zur Neuorientierung. Sie bieten nur grobe Orientierung, denn die Phasen überschneiden sich und können sich wiederholen. Die verstorbene Person kann als „innerer Begleiter“ weiter Bedeutung haben.

Was hilft in der Trauer?

Trauernde stehen vor mehreren Aufgaben. Sie müssen den Verlust als Realität anerkennen, den Schmerz verarbeiten und den Alltag ohne den verstorbenen Menschen bewältigen. Dazu kommt, eine bleibende innere Verbindung und eine neue Lebensperspektive zu finden. Gespräche mit Familie und Freund:innen, regelmäßiger Schlaf und Rituale wie der Besuch am Friedhof können dabei helfen, Rituale lösen manchmal aber auch erneut Trauer aus.

Günstig ist ein Wechsel zwischen der Auseinandersetzung mit dem Verlust und der Rückkehr in den Alltag. Gedanken an den Verlust ganz zu vermeiden, kann die Verarbeitung ebenso erschweren wie ständiges Grübeln. Kinder trauern anders als Erwachsene und wechseln öfter ihre Stimmung. Sie brauchen ehrliche, kindgerechte Antworten und Trost.

Wer bietet Trauerbegleitung in Österreich an?

Viele Hospizteams sowie Hospiz- und Palliativeinrichtungen bieten Trauerbegleitung an. Auch Seelsorger:innen und Selbsthilfegruppen stehen Trauernden zur Seite. 2013 gründeten unter anderem Caritas, Hospiz Österreich und Rotes Kreuz die Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerbegleitung. Sie hat ein österreichweit einheitliches, zweistufiges Ausbildungskonzept mit Mindeststandards entwickelt. Es richtet sich an Ehrenamtliche ebenso wie an Fachleute aus palliativen, psychosozialen und pädagogischen Berufen.

Wann braucht es mehr als Begleitung?

Bei manchen Menschen lässt die starke Belastung auch nach langer Zeit nicht nach. Hält sie ungewöhnlich lange an, in der Regel mehr als sechs Monate, kann eine anhaltende Trauerstörung vorliegen. Was als üblich gilt, hängt dabei auch von Kultur und Religion ab. Betroffene sehnen sich dann durchgehend nach der verstorbenen Person und sind im Alltag oder Beruf stark eingeschränkt. Geht die Trauer in eine Depression über oder gelingt das Auftauchen aus ihr nicht, helfen etwa Psychotherapeut:innen weiter.

Eine Übersichtsarbeit von 2019 mit 31 Studien fand, dass psychologische Behandlungen Trauerbeschwerden mäßig lindern. Deutlicher war der Effekt bei Menschen mit starker Belastung und frühestens sechs Monate nach dem Verlust. Vorbeugende Angebote für alle Trauernden zeigten in einer älteren Übersicht keinen klaren Nutzen. Die Qualität der Studien schwankte stark.

Nach einem Suizid trauern Hinterbliebene oft länger und intensiver, manche entwickeln selbst Suizidgedanken. In einer akuten Krise hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142, Kinder und Jugendliche erreichen Rat auf Draht unter 147, im Notfall die Rettung unter 144.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (14)