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Thai-Massage

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Auf den Punkt gebracht

Die Thai-Massage, in Thailand Nuad Thai genannt, ist eine traditionelle Körperbehandlung aus kräftigem, rhythmischem Druck und passiven Dehnungen. Gearbeitet wird mit Händen, Ellenbogen, Knien oder Füßen. Seit 2019 steht Nuad Thai auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit.

Was ist eine Thai-Massage?

Die Thai-Massage ist ein Teil der traditionellen thailändischen Heilkunde und kommt ohne Arzneimittel aus. Typisch ist ein starker, rhythmischer Druck. Dazu kommt kräftiger Zug an Armen und Beinen, der die Gliedmaßen dehnt und streckt.

Der traditionellen Vorstellung nach durchziehen Linien den Körper, die „Sen“ heißen. Eine Fachpublikation nennt zehn solcher Linien, entlang derer gedrückt wird. Nach dieser Lehre soll die Massage Blockaden auf diesen Linien lösen und die vier Körperelemente Erde, Wasser, Wind und Feuer ausgleichen. Aus Sicht der modernen Medizin wirkt sie auf Muskulatur, Knochen und Durchblutung.

Woher kommt die Thai-Massage?

Ihre Wurzeln liegen laut UNESCO in der Selbsthilfe der früheren bäuerlichen Gesellschaft Thailands. In jedem Dorf gab es Heilkundige, die bei Muskelschmerzen von der Feldarbeit halfen.

Ein wichtiges Zeugnis steht im Tempel Wat Pho in Bangkok. Zwischen 1831 und 1841 ließ König Rama III. dort Texte auf 1.431 Steintafeln festhalten, viele davon zur traditionellen Medizin und zur Massage. Die Inschriften gehören seit 2011 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.

Welche Formen der Thai-Massage gibt es?

Die UNESCO unterscheidet Nuad Thai zur Behandlung und Nuad Thai zur Gesundheitsförderung. In Fachartikeln findet sich außerdem die Unterscheidung zwischen höfischer und volkstümlicher Thai-Massage.

Bei der höfischen Form, auch königliche Form genannt, wird nur mit beiden Händen gearbeitet. Sie wird in Thailand bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, etwa auf eigenen Stationen in Spitälern oder in Privatpraxen. Die volkstümliche Form ist am weitesten verbreitet und dient vor allem der Entspannung.

Hier bringt die behandelnde Person den Körper auch in yogaähnliche Haltungen und drückt mit Handballen, Unterarm oder Ellenbogen. Laut UNESCO wird die Thai-Massage auch mit warmen Kräuterstempeln verbunden.

Wie läuft eine Thai-Massage ab?

Die massierte Person trägt lockere Kleidung und liegt auf einer Matte am Boden oder auf einer niedrigen Liege. Der Druck wird rhythmisch entlang der Sen-Linien gegeben, oft beginnend am linken Fuß und dann weiter über Beine, Rumpf und Arme. Je nach Wunsch ist er sanft, mittel oder kräftig. Am Ende folgen oft passive Dehnungen im Sitzen. Eine Sitzung dauert eine, eineinhalb oder auch zwei Stunden.

Was sagt die Forschung?

Belastbare Aussagen zur Wirksamkeit sind bisher kaum möglich. Eine Übersichtsarbeit von 2015 fand sechs kontrollierte Studien zu chronischen Schmerzen, in denen die Schmerzen nach der Behandlung geringer waren. Die Autor:innen fordern aber weitere Forschung zur langfristigen Wirkung im Vergleich zu anderen Behandlungen.

Ein Bericht der spanischen Behörde für Gesundheitstechnologiebewertung kam 2020 zu einem zurückhaltenden Ergebnis. Die meisten Studien waren klein und hatten ein hohes Verzerrungsrisiko. Bei Kreuzschmerzen schnitt die Thai-Massage nicht besser ab als Vergleichsbehandlungen wie Gelenkmobilisation oder schwedische Massage.

Worauf ist zu achten?

Die Thai-Massage wird laut dem spanischen Bericht meist gut vertragen, ganz ohne Risiko ist sie aber nicht. Daten zu Nebenwirkungen gibt es wenige, Komplikationen lassen sich deshalb nicht ausschließen. Ein Fallbericht beschreibt einen Bluterguss im Wirbelkanal mit Lähmung beider Beine bei einem 20-Jährigen, den ein Freund als Laie massiert hatte.

Ein anderer Fallbericht aus Thailand schildert eine lebensbedrohliche Lungenembolie bei einer Schwangeren nach einer Beinmassage in einem traditionellen Massagegeschäft. Die Autor:innen raten Schwangeren von traditioneller Massage ab, solange eine Thrombose nicht ausgeschlossen ist. Für Massagen allgemein gilt außerdem, keinen direkten Druck auf Knochen mit Osteoporose oder Krebsabsiedelungen auszuüben. Bei erhöhter Blutungsneigung können Massagen Blutergüsse und Blutungen auslösen.

Wer bietet Thai-Massage in Österreich an?

In Österreich ist Massage zur Steigerung des Wohlbefindens ein Gewerbe. Zum Berufsumfang der gewerblichen Masseur:innen zählt die Wirtschaftskammer Tirol auch asiatische Massagetechniken. Massagen zu Heilzwecken übernehmen medizinische Masseur:innen und Heilmasseur:innen, und dafür sind immer eine ärztliche Diagnose und Anordnung nötig. Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (14)