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Orthopädie

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Auf den Punkt gebracht

Die Orthopädie ist das Fachgebiet der Medizin, das Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparats erkennt und behandelt, also von Knochen, Gelenken und den damit verbundenen Weichteilen. In Österreich heißt das ärztliche Sonderfach seit 2015 „Orthopädie und Traumatologie“ und schließt die Versorgung von Unfallverletzungen ein. Behandelt wird ohne oder mit Operation.

Was ist Orthopädie?

Orthopädie ist die medizinische Fachrichtung für den Bewegungsapparat. Die österreichische Ausbildungsordnung für Ärzt:innen beschreibt das Sonderfach „Orthopädie und Traumatologie“ als Vorbeugung, Diagnose, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation aller Erkrankungen und Verletzungen von Knochen, Gelenken und damit verbundenen Weichteilen. Behandelt wird konservativ oder operativ. Konservativ bedeutet dabei eine Behandlung ohne Operation. Das Gesundheitsportal nennt als Schwerpunkte Knochen, Gelenke, Verletzungen und Sporttraumatologie.

Zum Fach gehören angeborene ebenso wie erworbene Probleme. Typische Anlässe sind etwa Gelenkverschleiß (Arthrose), Knochenbrüche, Prellungen, Verstauchungen und Bänderrisse. Für die Diagnose nutzen Orthopäd:innen neben Gespräch und körperlicher Untersuchung bildgebende Verfahren, bei Arthrose oder Knochenbrüchen etwa Röntgen, Ultraschall oder MRT. Auch das Einsetzen künstlicher Gelenke wie Hüft- oder Knieprothesen führen Fachärzt:innen dieses Fachs durch.

Woher kommt der Begriff?

Das Wort Orthopädie geht auf den französischen Arzt Nicolas Andry (1658–1742) zurück. Er veröffentlichte 1741 das Buch „L'orthopédie“, das bald darauf ins Englische übersetzt wurde. Darin ging es um die Kunst, Fehlbildungen bei Kindern vorzubeugen und sie zu korrigieren. Der Name verbindet griechisch orthós für „aufrecht, gerade“ mit paideía für „Erziehung“ bzw. pais für „Kind“. Gemeint war zunächst wohl das Geraderichten von Fehlstellungen bei jungen Menschen.

Andrys Buch enthielt zahlreiche Stiche. Einer davon, ein krummer Baum, ist heute das Zeichen vieler orthopädischer Fachgesellschaften weltweit.

Warum heißt das Fach in Österreich „Orthopädie und Traumatologie“?

Mit der Ausbildungsordnung von 2015 wurden zwei bisherige Sonderfächer zusammengeführt: „Orthopädie und Orthopädische Chirurgie“ und „Unfallchirurgie“. Traumatologie ist laut Duden das Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Behandlung von Wunden und Verletzungen beschäftigt. Die Ausbildungsordnung trat am 1. Juni 2015 in Kraft. Wer bereits eine der beiden früheren Facharztbezeichnungen führte, darf sie weiter verwenden. Bis Ende Mai 2027 kann diese Gruppe nach einer ergänzenden Ausbildung von zwölf bis 27 Monaten und einer Facharztprüfung auch den neuen Titel erwerben. Deshalb finden sich in Österreich weiterhin alle drei Bezeichnungen.

Für die Ausbildung gilt: Nach dem Medizinstudium und einer Basisausbildung folgen 36 Monate Grundausbildung und 27 Monate Schwerpunktausbildung, am Ende steht die Facharztprüfung. In der Schwerpunktausbildung sind Module zur Unfallversorgung oder Knochenbruchbehandlung und zu künstlichen Gelenken oder orthopädischen Krankheitsbildern verpflichtend.

Wie unterscheidet sich die Orthopädie von verwandten Fächern?

Die Orthopädie stellt als ärztliches Fach Diagnosen und entscheidet über Behandlungen bis hin zur Operation. Die orthopädische Physiotherapie ist dagegen ein Bereich der Physiotherapie, der mit Übungen Beweglichkeit, Kraft und Belastbarkeit verbessert. Ärzt:innen können sie zum Beispiel nach einer schweren Verstauchung ergänzend empfehlen. Bei Verdacht auf Arthrose nennt das Gesundheitsportal neben der Orthopädie auch Fachärzt:innen für Innere Medizin mit Spezialgebiet Rheumatologie als Anlaufstelle. Bei Prothesen für Arme oder Beine arbeiten Orthopäd:innen mit Orthopädietechniker:innen zusammen, die diese anfertigen.

Wann ist Orthopädie die richtige Anlaufstelle?

Bei Beschwerden und Schmerzen des Bewegungsapparats nennt das Gesundheitsportal mehrere Anlaufstellen. Dazu gehören die Gesundheitsberatung 1450, Ärzt:innen für Allgemeinmedizin, Primärversorgungseinheiten und Fachärzt:innen für Orthopädie. Je nach Situation ist ein direkter Facharztbesuch möglich oder eine Überweisung nötig. Bei einem Unfall oder akuten Notfall ist dagegen die Rettung unter 144 zu rufen, die Notfallambulanz im Krankenhaus ist rund um die Uhr erreichbar.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (13)