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Intervallfasten

04:16

Auf den Punkt gebracht

Beim Intervallfasten wechseln sich Zeiten, in denen nichts oder sehr wenig gegessen wird, regelmäßig mit Zeiten normalen Essens ab. Bekannte Formen sind das 16:8- und das 5:2-Fasten. Beim Abnehmen hilft Intervallfasten ähnlich wie eine herkömmliche Diät, aber nicht besser, und es ist nicht für alle Menschen geeignet.

Was ist Intervallfasten?

Beim Intervallfasten wird immer wieder für mindestens zwölf Stunden auf Nahrung verzichtet. Es wird auch intermittierendes oder periodisches Fasten genannt. Anders als bei vielen Fastenkuren gibt es in den Essphasen meist keine Vorgaben, was gegessen wird.

Fasten an sich ist alt. Seit Jahrtausenden gehört der freiwillige Verzicht auf Nahrung zu vielen Weltreligionen und auch zur Medizin. In den letzten Jahren ist Intervallfasten, auch über soziale Medien, sehr beliebt geworden.

Welche Formen gibt es?

Beim 16:8-Fasten wird 16 Stunden lang nichts gegessen, in den übrigen acht Stunden des Tages ist Essen erlaubt. Wer zum Beispiel um 20 Uhr zu Abend isst und das Frühstück auslässt, isst erst um 12 Uhr am nächsten Tag wieder. Solche Formen heißen auch zeitlich begrenztes Essen.

Beim 5:2-Fasten wird an fünf Tagen in der Woche normal gegessen und an zwei Tagen streng gefastet. Beim sogenannten Alternate-Day-Fasting wechseln sich Fastentage und Tage mit normaler Nahrungszufuhr ab.

Was passiert dabei im Körper?

Rund zwölf Stunden nach der letzten Mahlzeit beginnt der Körper, seinen Stoffwechsel umzustellen. Statt Zucker aus den Speichern der Leber nutzt er nun zunehmend Ketonkörper, die aus Fett gewonnen werden. In Tierversuchen hatte das günstige Folgen für den Stoffwechsel, etwa eine bessere Wirkung des Hormons Insulin. Ob sich das auf Menschen übertragen lässt, ist damit nicht gezeigt.

Hilft Intervallfasten beim Abnehmen?

Intervallfasten kann beim Abnehmen helfen, funktioniert aber nicht besser als eine herkömmliche Diät mit weniger Kalorien. Darauf deutet auch eine Cochrane-Übersicht aus dem Jahr 2026 mit 22 Studien hin. Verglichen mit herkömmlichen Diäten nahmen die Teilnehmenden mit Intervallfasten möglicherweise ähnlich viel ab, die Ergebnisse sind aber sehr unsicher. Gegenüber gar keiner Ernährungsänderung war der Unterschied beim Gewicht wahrscheinlich nur klein und für die Gesundheit kaum spürbar.

Die meisten Studien liefen höchstens ein Jahr. Ob Intervallfasten Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt oder Blutzucker und Blutfette verbessert, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Ein Nachteil ist, dass sich ungünstige Essgewohnheiten oft nicht ändern, weil in den Essphasen meist wie bisher gegessen wird.

Für wen ist Intervallfasten nicht geeignet?

Fasten ist nicht für alle geeignet. Das Gesundheitsportal rät Kindern und Jugendlichen, Schwangeren und Stillenden, älteren und untergewichtigen Menschen davon ab. Dasselbe gilt bei Diabetes Typ 1 und Schwangerschaftsdiabetes, bei Leber- und Nierenerkrankungen sowie bei Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie.

Diäten und Fasten können eine Essstörung begünstigen, vor allem bei Jugendlichen mit niedrigem Selbstwertgefühl. Wer regelmäßig Medikamente nimmt oder eine Vorerkrankung hat, sollte vorher ärztlich abklären lassen, ob Fasten sinnvoll ist. Manche Medikamente müssen dann anders dosiert werden. Als mögliche Nebenwirkungen des Intervallfastens nennt das Gesundheitsportal Kreislaufbeschwerden, Unterzuckerung und Kopfschmerzen.

Was empfehlen Fachleute stattdessen?

Für ein dauerhaft gesundes Gewicht empfehlen Fachleute eher eine langfristige Umstellung der Ernährung, verbunden mit ausreichend Bewegung. Als Orientierung dienen die Österreichischen Ernährungsempfehlungen. Wer die Ernährung stark umstellen will, kann sich fachlich begleiten lassen, etwa von einer Diätologin oder einem Diätologen. So lassen sich Mangelerscheinungen vermeiden.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (8)