Frustrationstoleranz ist die Fähigkeit, Enttäuschungen und Rückschläge auszuhalten, ohne die Geduld oder den Mut zu verlieren. Frustration entsteht, wenn ein Ziel oder ein Bedürfnis blockiert wird. Frustrationstoleranz gilt grundsätzlich als erlernbar.
Was ist Frustrationstoleranz?
Frustration tritt auf, wenn etwas das Erreichen eines Ziels oder die Erfüllung eines Bedürfnisses behindert. Das fühlt sich unangenehm an und drängt dazu, den Zustand zu beenden, etwa über einen Umweg, durch Hilfe von anderen oder durch Aggression. Frustrationstoleranz beschreibt, wie gut jemand eine solche Lage auch über längere Zeit aushält.
Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen „frustratio“ für Enttäuschung und „tolerare“ für erdulden zusammen. Das Fachlexikon Dorsch führt ihn auf eine Arbeit von Rosenzweig aus dem Jahr 1938 zurück. Mit Frustration befasst sich auch die Frustrations-Aggressions-Hypothese. Ursprünglich nahm sie an, Aggression sei stets eine Folge von Frustration. Heute gilt Aggression nur als eine von mehreren möglichen Reaktionen.
Warum spielt sie eine Rolle?
Eine niedrige Frustrationstoleranz kann problematisches Verhalten begünstigen, etwa Drogenmissbrauch. Deshalb versucht vor allem die kognitive Verhaltenstherapie, sie zu erhöhen. Neben dem Lernen spielen laut Fachlexikon aber auch anlagebedingte Faktoren eine erhebliche Rolle.
Was kann im Alltag helfen?
Bei Wut, die etwa entsteht, wenn jemand an einem Ziel gehindert wird, empfiehlt das Gesundheitsportal, das Gefühl wahrzunehmen und da sein zu lassen. Langsames Zählen bis zehn und ruhiges Atmen helfen, sich etwas zu beruhigen. Hilfreich kann auch die Frage sein, ob etwas in einem Jahr noch wichtig ist. Alkohol, Glücksspiel oder starker Rückzug helfen dagegen nicht. Bei anhaltenden Schwierigkeiten unterstützen Beratungsstellen, Psychotherapeut:innen und Klinische Psycholog:innen.
Wo liegen die Grenzen?
Ein Fragebogen aus der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie fasst Frustrationstoleranz nicht als eine einzige Fähigkeit auf, sondern unterscheidet etwa das Aushalten von Unbehagen und von belastenden Gefühlen. Wie Frustrationstoleranz mit psychischen Erkrankungen zusammenhängt, ließ sich laut einer Übersichtsarbeit von 2010 noch nicht klar sagen.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.