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Fibromyalgie

05:20

Auf den Punkt gebracht

Fibromyalgie ist eine chronische Schmerzerkrankung mit Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, oft begleitet von schlechtem Schlaf, Erschöpfung und Konzentrationsproblemen. Die Beschwerden entstehen nicht durch eine Entzündung oder Gewebeschäden. Fachleute gehen von einer veränderten Schmerzverarbeitung aus, zu der mehrere Faktoren beitragen. Bewegung ist ein wichtiger Teil der Behandlung, bei starken Beschwerden kann eine multimodale Schmerztherapie sinnvoll sein.

Was ist Fibromyalgie?

Menschen mit Fibromyalgie spüren tiefliegende Muskelschmerzen, die sich oft wie eine Zerrung oder ein heftiger Muskelkater anfühlen. Die Schmerzen wechseln häufig Ort und Stärke und können jeden Tag anders sein.

Der Name verbindet das lateinische „fibra“ (Faser) mit „Myalgie“, dem Fachwort für Muskelschmerz aus dem Griechischen. Die verbreitete Bezeichnung „Weichteilrheuma“ gilt als irreführend, weil die Schmerzen weder von den Muskeln ausgehen noch auf einer rheumatischen Erkrankung beruhen.

In der internationalen Klassifikation ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation WHO zählt das Fibromyalgiesyndrom zum chronischen ausgedehnten Schmerz. Gemeint sind Schmerzen in mehreren Körperregionen, die länger als drei Monate bestehen oder wiederkehren und mit seelischer Belastung oder Einschränkungen im Alltag einhergehen.

Woran erkennt man Fibromyalgie?

Neben den Schmerzen sind schlechter, nicht erholsamer Schlaf, Müdigkeit und rasche körperliche wie geistige Erschöpfung typisch. Viele Betroffene haben Mühe, sich zu konzentrieren, Worte zu finden oder sich etwas zu merken. Dafür ist die Bezeichnung „Fibro-Nebel“ geläufig. Laut Gesundheitsportal können auch Gefühlsstörungen in den Händen, Spannungskopfschmerz oder ein Reizdarmsyndrom dazukommen.

In Deutschland ist laut einer repräsentativen Studie etwa jede fünfzigste erwachsene Person betroffen, Frauen häufiger als Männer. Festgestellt wird die Erkrankung meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr, Beschwerden können aber auch Kinder und junge Erwachsene haben.

Wie entsteht Fibromyalgie?

Fachleute gehen davon aus, dass bei Fibromyalgie die Schmerzverarbeitung im Gehirn gestört ist, sodass schon schwache Reize als Schmerz empfunden werden. Vermutet wird ein Zusammenspiel von genetischen Faktoren mit körperlichen oder seelischen Belastungen.

Viele Betroffene berichten von belastenden Erfahrungen in Kindheit, Familie oder Beruf, das trifft aber nicht auf alle zu. Die medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland ordnen Fibromyalgie als „funktionelles somatisches Syndrom“ ein: eine Erkrankung mit typischen körperlichen Beschwerden, die nicht durch Gewebeschäden entsteht. Die Organe sind gesund, und die Lebenserwartung ist nicht verkürzt.

Wie wird Fibromyalgie festgestellt?

Bis zur Diagnose vergehen oft mehrere Jahre, auch weil sie sich nicht mit Laborwerten oder Röntgenbildern bestätigen lässt. Grundlage sind ein ausführliches ärztliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Für eine Fibromyalgie spricht etwa, wenn in den vergangenen drei Monaten mindestens 7 von 19 festgelegten Körperbereichen geschmerzt haben und weitere Beschwerden wie Erschöpfung hinzukommen.

Blutuntersuchungen helfen, andere Ursachen wie eine rheumatoide Arthritis oder eine Schilddrüsenunterfunktion auszuschließen.

Was hilft bei Fibromyalgie?

Regelmäßige Bewegung wie Radfahren oder Walking ist ein wichtiger Teil der Behandlung. Studien zeigen, dass leichter Sport das Wohlbefinden verbessert und Schmerzen etwas lindern kann. Bestimmte Medikamente, die ursprünglich gegen Depressionen oder Epilepsie entwickelt wurden, können die Schmerzen bei manchen Menschen deutlich lindern. Möglich sind Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit oder Übelkeit. Wer solche Mittel nimmt, informiert die Ärztin oder den Arzt am besten über alle anderen Medikamente, auch über pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel, damit Wechselwirkungen erkannt werden.

Von herkömmlichen Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol wird bei Fibromyalgie in der Regel abgeraten, weil ihr Nutzen nicht belegt ist. Opioide sollen nicht eingesetzt werden, auch weil sie abhängig machen können.

Bei starken Beschwerden kann eine multimodale Schmerztherapie sinnvoll sein. Sie verbindet Bewegung, Entspannung und Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie, die helfen, im Alltag besser mit den Schmerzen zurechtzukommen. Bestehen zusätzlich eine Depression oder eine andere Erkrankung, ist es wichtig, auch diese behandeln zu lassen.

Wie lässt sich mit Fibromyalgie leben?

Viele Betroffene kommen mit der Zeit besser mit ihren Schmerzen zurecht. Hilfreich kann sein, zu überdenken, was im Alltag wirklich wichtig ist, Pausen fix einzuplanen und die eigenen Grenzen zu beachten. Thermalbäder empfinden viele als angenehm, manche beschreiben auch Saunagänge oder sanfte Massagen als erleichternd. Auch der Austausch in einer Selbsthilfegruppe kann entlasten.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (8)