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Faszienmassage

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Auf den Punkt gebracht

Faszienmassage ist ein Sammelbegriff für Massagetechniken, die gezielt auf die Faszien einwirken sollen, also auf die bindegewebigen Hüllen von Muskeln und Organen. Die Griffe reichen von sanftem, lange gehaltenem Zug bis zu festem Druck. Ob die Behandlung bei Schmerzen hilft, ist bisher nicht ausreichend belegt.

Was ist eine Faszienmassage?

Eine einheitliche Methode namens Faszienmassage gibt es nicht. Unter dem Dach der Faszientherapie laufen zahlreiche Behandlungen mit eigenen Namen. Sie unterscheiden sich nicht nur in den Handgriffen, sondern oft auch in der Theorie dahinter. Manchmal zählt auch die Behandlung von Triggerpunkten dazu, je nachdem, welchen Wirkmechanismus die Behandelnden annehmen.

Gearbeitet wird meist mit den Händen. Das Spektrum reicht von sanften, ziehenden Bewegungen bis zu festem Druck auf verhärtete Stellen der Muskulatur, dabei kommen mitunter auch Knöchel und Ellenbogen zum Einsatz.

Wie läuft eine Faszienmassage ab?

Wie eine Sitzung aussieht, hängt von der Technik ab. Zwei Beispiele zeigen die Bandbreite.

Beim Myofascial Release, auf Deutsch etwa myofasziale Lösung, dehnen Behandelnde das Gewebe aus Muskel und Faszie mit geringer Kraft über längere Zeit. Ziel ist, dass das Gewebe wieder seine optimale Länge erreicht und Schmerzen nachlassen. In Studien dauerten die Sitzungen 30 bis 90 Minuten, verteilt auf 4 bis 24 Termine.

Ganz anders arbeitet das Fasziendistorsionsmodell, das auf den US-amerikanischen Osteopathen Typaldos zurückgeht. Hier soll die Körpersprache, mit der Betroffene ihre Schmerzen beschreiben, zeigen, welche Faszien verdreht, verklebt oder verschoben seien. Die Behandlung ist deutlich schmerzhafter als eine herkömmliche Behandlung mit Massage und Physiotherapie.

Was sagt die Forschung?

Zum Myofascial Release wertete eine Übersicht von 2018 acht Studien zu lang anhaltenden Schmerzen aus, etwa bei Tennisarm, Fibromyalgie, Kreuz- und Fersenschmerzen. Bei Kreuzschmerzen und Fibromyalgie waren die Verbesserungen zu klein, um spürbar zu sein. Die Autor:innen halten die Belege deshalb für nicht ausreichend, um die Methode bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparats zu empfehlen.

Eine neuere Auswertung von 2021 fand bei chronischen Kreuzschmerzen zwar messbare, aber nur leichte Verbesserungen bei Schmerz und Alltagsfunktion. Lebensqualität, Gleichgewicht und Beweglichkeit des Rumpfes änderten sich nicht nachweisbar. Weil es nur wenige und überwiegend schwache Studien gab, sehen die Autor:innen ihre Ergebnisse als vorläufig.

Zum Fasziendistorsionsmodell gibt es eine Studie mit 60 Menschen mit schmerzhaft eingesteifter Schulter, einer sogenannten Frozen Shoulder. Die Beweglichkeit besserte sich stärker als mit herkömmlicher manueller Therapie. Schmerzen während der Behandlung traten aber deutlich häufiger auf.

Worauf ist zu achten?

Manche Faszientechniken können während der Behandlung wehtun. In einer Studie zum Myofascial Release berichteten zehn Behandelte über stärkere Schmerzen in der ersten Woche, die innerhalb einer weiteren Woche ohne Medikamente abklangen.

Für die Selbstmassage mit der Faszienrolle haben sich internationale Fachleute auf Gegenanzeigen geeinigt. Bei offenen Wunden und Knochenbrüchen soll nicht gerollt werden. Vorsicht gilt bei örtlichen Entzündungen, einer tiefen Venenthrombose, einer Knochenmarkentzündung und Verknöcherungen im Muskel.

Bei Massagen allgemein können laut MSD Manual bei Menschen mit erhöhtem Risiko Blutergüsse und Blutungen entstehen. Auf Knochen mit Osteoporose oder mit Absiedelungen einer Krebserkrankung darf zudem kein direkter Druck ausgeübt werden.

Wer bietet Faszienmassage in Österreich an?

Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten. Zu Heilzwecken behandeln laut der Tiroler Landesinnung der Masseur:innen auch Heilmasseur:innen mit Faszientherapien, dafür braucht es eine ärztliche Diagnose und Anordnung. Gewerbliche Masseur:innen arbeiten nur vorbeugend an gesunden Menschen und dürfen weitere Massagetechniken als Fortbildung zusätzlich anbieten.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (10)