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Akute Schmerzen

05:26

Auf den Punkt gebracht

Akute Schmerzen treten plötzlich auf und haben eine konkrete Ursache, etwa eine Verletzung, eine Entzündung oder eine Operation. Sie zeigen an, dass im Körper etwas nicht in Ordnung ist, und schützen ihn vor weiterem Schaden. Fachleute raten, akute Schmerzen frühzeitig zu behandeln, weil sich so in vielen Fällen verhindern lässt, dass sie chronisch werden.

Was sind akute Schmerzen?

Akute Schmerzen setzen plötzlich ein und haben einen konkreten Auslöser wie eine Verletzung, eine Entzündung oder eine Operation. Sie sorgen dafür, dass man sich bei einer Verletzung oder Erkrankung schont, damit eine ungestörte Heilung möglich ist.

Woher kommt der Begriff?

Das Wort „akut“ geht auf das lateinische „acutus“ für „scharf, schneidend“ zurück. Als „morbus acutus“ bezeichneten römische Ärzte eine Krankheit, die plötzlich auftritt und heftig und schnell verläuft.

Wann wird aus akutem Schmerz ein chronischer?

Dauern Schmerzen länger als drei Monate oder kehren sie immer wieder, sprechen Fachleute von chronischen Schmerzen. Werden starke Schmerzen nicht ausreichend behandelt, können sie bestehen bleiben, manchmal auch dann, wenn die eigentliche Ursache nicht mehr besteht. Für Rückenschmerzen gibt es dazu einen Anhaltspunkt: Haben sich akute Beschwerden nach etwa fünf Wochen nicht gebessert, steigt das Risiko, dass sie chronisch werden.

Wie werden akute Schmerzen behandelt?

Akute Schmerzen lassen sich meist gut behandeln und lindern. In vielen Fällen helfen rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol. Nach einer größeren Operation oder bei sehr starken Schmerzen, etwa bei einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse, können Ärzt:innen auch rezeptpflichtige Opioide einsetzen. Opioide können gefährliche Nebenwirkungen haben und in bestimmten Fällen körperlich abhängig machen, deshalb begleiten Ärzt:innen die Einnahme mit Kontrolluntersuchungen.

Je nach Fall helfen ergänzend Ruhigstellung, Kühlen, Physiotherapie oder psychologische Unterstützung. Nicht jeder akute Schmerz verlangt Schonung. Akute unspezifische Rückenschmerzen klingen schneller ab, wenn man möglichst in Bewegung bleibt und Bettruhe vermeidet.

Worauf ist bei Schmerzmitteln zu achten?

Rezeptfreie Schmerzmittel sind für leichte bis mittelstarke Schmerzen gedacht. Sie sollten nur wenige Tage hintereinander und höchstens bis zur festgelegten Tageshöchstdosis eingenommen werden. Fachleute raten zudem, vor der Einnahme ärztlichen Rat einzuholen.

Mittel wie Ibuprofen können Magenbeschwerden und selten Magenblutungen auslösen. Wer unter solchen Mitteln Blut erbricht oder plötzlich starke Bauchschmerzen bekommt, braucht sofort die Rettung unter 144, weil eine schwere Magenblutung oder ein Magendurchbruch lebensbedrohlich sind. Bei Nierenerkrankungen, Magengeschwüren, schwerer Herzschwäche oder Asthma sind solche Mittel nicht oder nur eingeschränkt geeignet, in der Schwangerschaft je nach Woche nur bestimmte davon. Zusammen mit gerinnungshemmenden Medikamenten steigt das Blutungsrisiko.

Paracetamol kann in zu hoher Dosis die Leber schwer schädigen, Alkohol sollte man während der Einnahme meiden. Bei Lebererkrankungen oder Alkoholabhängigkeit ist Paracetamol nicht geeignet. Für Kinder unter zwölf Jahren mit fieberhaftem Virusinfekt ist Acetylsalicylsäure wegen der Gefahr des lebensbedrohlichen Reye-Syndroms nicht geeignet.

Bei Vorerkrankungen oder weiteren Medikamenten hilft eine Beratung in Arztpraxis oder Apotheke. Wer an mehr als zehn Tagen im Monat Schmerzmittel nimmt, sollte ärztlichen Rat einholen, auch um schmerzmittelbedingten Kopfschmerzen vorzubeugen.

Wann ist ein akuter Schmerz ein Notfall?

Manche akuten Schmerzen sind Zeichen einer lebensbedrohlichen Erkrankung und ein Fall für die Rettung unter 144. Dazu zählen starke Brustschmerzen, oft beschrieben als Druck, der in Nacken, Unterkiefer oder linken Arm ausstrahlen kann. Sie sind das typische Anzeichen eines Herzinfarkts, Frauen berichten allerdings oft von weniger typischen Anzeichen wie Kieferschmerzen, Übelkeit oder Atemnot.

Ein Notfall sind auch schlagartig extreme Kopfschmerzen, die innerhalb von Minuten ihren Höhepunkt erreichen, Kopfschmerzen mit Nackensteife und hohem Fieber sowie Kopfschmerzen mit Lähmungen, Seh- oder Gefühlsstörungen. Bei Bauchschmerzen sind starke Schmerzen, eine rasche Verschlechterung des Allgemeinzustands, Atemnot oder Herzrasen Gründe für den Notruf.

Wer hilft in Österreich?

Wenn Schmerzen erstmals auftreten, sind die Gesundheitsberatung 1450 (rund um die Uhr), Ärzt:innen für Allgemeinmedizin und Primärversorgungseinheiten die ersten Anlaufstellen. Abends, am Wochenende und an Feiertagen ist meist der Ärztenotdienst unter 141 erreichbar.

Gewerbliche Anbieter:innen ohne Gesundheitsberuf, etwa aus dem Massagegewerbe, dürfen keine Krankheiten feststellen oder behandeln. Ihre Angebote ersetzen deshalb keine ärztliche Abklärung akuter Schmerzen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (11)