balancio

Agitation

02:42

Auf den Punkt gebracht

Agitation bezeichnet eine krankhafte Unruhe, bei der Betroffene getrieben wirken und kaum still sitzen können. Sie ist keine eigene Krankheit, sondern ein Anzeichen, das etwa bei einer Depression, einer Demenz, im Alkoholentzug oder bei einem Delir auftreten kann. Hochgradige Erregung und plötzliche Unruhe mit Verwirrtheit sind ein Notfall.

Was ist Agitation?

Menschen mit Agitation, in der Fachsprache auch psychomotorische Agitiertheit, sind unruhig und wirken wie getrieben. Oft kommt Ängstlichkeit dazu, während das zielgerichtete Denken und der Antrieb gleichzeitig gehemmt sein können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt Agitation als übermäßige Bewegung ohne erkennbares Ziel, etwa Zappeln, Nesteln, Händeringen oder die Unfähigkeit, still zu sitzen oder zu stehen.

Das Wort geht auf das lateinische „agitatio“ zurück, das Bewegung oder unablässige Beschäftigung bedeutet.

Wo kommt Agitation vor?

Agitation begleitet verschiedene psychische und körperliche Erkrankungen. Die in Österreich verwendete Klassifikation ICD-10 nennt die „agitierte Depression“ als Form der schweren depressiven Episode. Bei einer mittelschweren und schweren Demenz ist Unruhe häufig. Die neue ICD-11 der WHO kennt dafür eine eigene Zusatzangabe „Agitation oder Aggression bei Demenz“.

Auch im Alkoholentzug kann Agitation auftreten. Ängstliche Unruhe kann außerdem bei einem Delir auftreten, einer akuten Bewusstseinsstörung mit Verwirrtheit, die etwa durch Alkoholentzug, Infektionen oder Vergiftungen ausgelöst werden kann.

Was hilft bei Agitation?

Bei einer Demenz kommen zuerst Maßnahmen ohne Medikamente zum Zug. Unruhe ist oft auch eine Reaktion auf den Verlust von Fähigkeiten, und ein verständnisvoller Umgang hilft, auffälliges Verhalten zu vermeiden. Passive Musiktherapie, bei der Betroffene Musik hören, kann laut Gesundheitsportal mäßige Effekte auf agitiertes Verhalten haben. Medikamente wie Antipsychotika kommen bei starker Agitation erst dann in Frage, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen.

Ein Delir ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der sofort ärztlich behandelt werden muss. Auch hochgradige Erregung bei einer psychischen Erkrankung zählt zu den psychiatrischen Notfällen. Dann hilft die Rettung unter 144, bei akuter Gefahr für die Sicherheit die Polizei unter 133.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (11)