Bei periodischen Gliedmaßenbewegungen im Schlaf zucken die Beine, seltener die Arme, während des Schlafs in regelmäßigen Abständen. Von einer eigenen Störung, englisch Periodic Limb Movement Disorder (PLMD), spricht man, wenn die Bewegungen den Schlaf merklich stören und sich nicht anders erklären lassen. Festgestellt wird sie im Schlaflabor.
Was sind periodische Gliedmaßenbewegungen im Schlaf?
Die Beine zucken dabei meist alle 20 bis 40 Sekunden. Die Betroffenen bemerken weder die Bewegungen noch das kurze Aufwachen danach. Sie können aber über schlechten Schlaf, häufiges nächtliches Aufwachen oder Schläfrigkeit am Tag klagen. Manchmal beschwert sich eher die Person im selben Bett über Tritte. Unangenehme Empfindungen in den Beinen gehören, anders als beim Restless-Legs-Syndrom, nicht dazu.
Die beiden Störungen hängen trotzdem eng zusammen. Die meisten Menschen mit Restless-Legs-Syndrom zeigen auch solche Bewegungen, die meisten mit PLMD haben aber kein Restless-Legs-Syndrom. Treten die Bewegungen im Rahmen eines Restless-Legs-Syndroms oder einer Narkolepsie auf, stellt man keine eigene Diagnose. Häufiger sind die Bewegungen im mittleren und höheren Alter, bei Eisenmangel, Blutarmut, schweren Nieren- oder Lebererkrankungen und unter bestimmten Antidepressiva.
Woher kommt der Begriff?
Eine 1953 in London veröffentlichte Arbeit von C. P. Symonds trug den Titel „Nocturnal myoclonus“, nächtlicher Myoklonus, also nächtliche Muskelzuckungen. Eine Studie aus dem Jahr 1980 verwendete bereits beide Namen und beschrieb die Bewegungen als gleichförmige, sich wiederholende Beinbewegungen, die nicht epileptisch sind. Die ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation spricht heute von periodischen Gliedmaßenbewegungen.
Wie wird die Störung festgestellt und behandelt?
Für die Diagnose ist immer eine Nacht im Schlaflabor nötig. Dabei werden unter anderem Hirnströme und Muskelaktivität gemessen und die Bewegungen auf Video aufgezeichnet. Blut- und Urinuntersuchungen suchen nach beitragenden Erkrankungen wie Eisenmangel.
Behandelt wird ähnlich wie beim Restless-Legs-Syndrom. Empfohlen wird, auf Koffein zu verzichten, ein Eisenmangel wird ausgeglichen. Bei Bedarf kommen Medikamente infrage, die ärztlich abgewogen werden müssen, weil manche die Beschwerden verschlimmern können.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.