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Narkolepsie

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Auf den Punkt gebracht

Narkolepsie ist eine chronische Störung der Schlaf-Wach-Regulation, bei der Betroffene tagsüber trotz ausreichendem Nachtschlaf von Schläfrigkeit überwältigt werden und ungewollt einschlafen. Bei Typ 1 kommt es zusätzlich zu plötzlichem Verlust der Muskelspannung bei starken Gefühlen, der Kataplexie. Narkolepsie ist nicht heilbar, mit dauerhafter Behandlung können aber viele Betroffene ein normales Leben führen.

Was ist Narkolepsie?

Bei einer Narkolepsie ist die Steuerung von Schlafen und Wachen gestört. Viele Beschwerden ähneln Vorgängen, die sonst im Traumschlaf, dem REM-Schlaf, ablaufen, etwa die Erschlaffung der Muskeln oder lebhafte Traumbilder. Die Erkrankung beginnt meist im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter und bleibt ein Leben lang bestehen, die Lebenserwartung ist aber nicht verkürzt.

Fachleute unterscheiden zwei Formen. Bei Typ 1 treten Kataplexien auf, und dem Gehirn fehlt der Botenstoff Hypokretin, auch Orexin genannt. Bei Typ 2 gibt es keine Kataplexien. Nach Angaben des MSD Manuals ist in den USA, Europa und Japan etwa einer von 2.000 Menschen betroffen, Frauen und Männer gleich häufig.

Woher kommt der Name?

Der Name setzt sich aus den griechischen Wörtern „nárkē“ für Erstarrung oder Lähmung und „lẽpsis“ für Anfall zusammen. Erste Fallberichte veröffentlichten Karl Westphal 1877 auf Deutsch und Jean-Baptiste-Édouard Gélineau 1880 auf Französisch. Gélineau prägte auch den Namen Narkolepsie.

Woran erkennt man Narkolepsie?

Das wichtigste Zeichen ist eine starke Schläfrigkeit am Tag, der Betroffene ab einem bestimmten Punkt nicht mehr widerstehen können. Solche Schlafattacken kommen vor allem in eintönigen Situationen vor, aber auch beim Essen, Reden oder Schreiben. Sie dauern meist nur wenige Minuten, danach fühlen sich viele erfrischt. Weil Schlafattacken auch am Steuer auftreten können, ist das Unfallrisiko erhöht.

Bei einer Kataplexie erschlaffen plötzlich Muskeln, ausgelöst etwa durch Lachen, Freude, Überraschung oder Ärger. Das Bewusstsein bleibt dabei erhalten. Manchmal sinkt nur der Kopf oder der Kiefer, es kann aber auch zu Stürzen kommen.

Möglich sind außerdem kurze Lähmungen beim Einschlafen oder Aufwachen, intensive Halluzinationen im Halbschlaf und ein unruhiger Nachtschlaf. Manche führen im Einnicken Tätigkeiten wie Schreiben automatisch weiter. Nur etwa 15 Prozent der Betroffenen haben alle Hauptsymptome. Belastend ist oft auch, dass das Umfeld die Müdigkeit als Faulheit oder Unkonzentriertheit missdeutet.

Wie entsteht Narkolepsie?

Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Bei Typ 1 fehlt dem Gehirn der Botenstoff Hypokretin, den bestimmte Nervenzellen bilden. Vermutet wird eine Autoimmunreaktion, bei der das Immunsystem diese Zellen angreift, auch erbliche Faktoren können beteiligt sein. Selten steckt eine Schädigung des Gehirns dahinter, etwa nach einem Schlaganfall. Über die Ursachen von Typ 2 ist wenig bekannt.

Wie wird Narkolepsie festgestellt?

Gewissheit bringt eine Untersuchung im Schlaflabor, denn die Beschwerden allein reichen für die Diagnose nicht aus. Nach einer Nacht mit Aufzeichnung des Schlafs folgt am Tag der sogenannte multiple Schlaflatenztest. Dabei dürfen Betroffene im Abstand von zwei Stunden fünf kurze Nickerchen halten. Bei Narkolepsie schlafen sie meist schnell ein und erreichen mindestens zweimal den Traumschlaf. Manchmal wird zusätzlich der Hypokretin-Wert im Nervenwasser gemessen.

Was hilft bei Narkolepsie?

Die Behandlung richtet sich nach der Situation der Betroffenen und dauert meist ein Leben lang. Hilfreich sind ein geregelter Tagesablauf, ausreichender Nachtschlaf und feste kurze Nickerchen zu gleichen Zeiten. Empfohlen werden außerdem der Verzicht auf Alkohol und abwechslungsreiche Tätigkeiten. Bei leichten Beschwerden reicht das oft aus.

Sonst kommen Medikamente infrage, die wach halten oder Kataplexien vermindern. Während der Behandlung ist eine enge ärztliche Überwachung nötig. Psychosoziale Unterstützung und Berufsberatung können den Alltag erleichtern.

Wer hilft in Österreich?

Ansprechpersonen sind die Hausärztin oder der Hausarzt, Fachärzt:innen für Neurologie und auf Schlafmedizin spezialisierte Ärzt:innen. Diagnose und Therapie finden meist in spezialisierten Zentren statt, etwa im Schlaflabor eines Krankenhauses. Eine Übersicht über Schlaflabore bietet die Österreichische Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung. Notwendige und zweckmäßige Untersuchungen und Behandlungen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (6)