Bei der Open-Monitoring-Meditation, auf Deutsch etwa „offenes Beobachten“, nehmen Übende von Moment zu Moment wahr, was in ihrem Erleben auftaucht, ohne sich auf ein bestimmtes Objekt zu richten und ohne darauf zu reagieren. Die Forschung unterscheidet sie von der fokussierten Aufmerksamkeit. Beide Stile finden sich im Zen, in der Vipassana-Meditation und im tibetischen Buddhismus.
Was ist Open-Monitoring-Meditation?
Open-Monitoring-Meditation ist ein Meditationsstil, bei dem die Aufmerksamkeit auf kein bestimmtes Objekt gerichtet ist. Beschrieben hat ihn eine Forschungsgruppe um Antoine Lutz 2008 als einen von zwei verbreiteten Stilen buddhistischer Meditation. Beim anderen Stil, der fokussierten Aufmerksamkeit, bleibt der Geist bei einem gewählten Objekt, etwa beim Atem. Übende bleiben aufmerksam für alles, was gerade geschieht, ohne etwas davon in den Mittelpunkt zu stellen oder festzuhalten.
Wie wird offenes Beobachten geübt?
Meist beginnt die Übung mit fokussierter Aufmerksamkeit, um den Geist zu beruhigen und Ablenkungen zu verringern. Nach und nach wird der Fokus auf ein Objekt gelockert, und das Beobachten selbst tritt in den Vordergrund. Ziel ist, sonst unbemerkte Seiten des eigenen Erlebens klar wahrzunehmen, etwa den Gefühlston.
Beide Stile werden oft kombiniert, auch in weltlichen Programmen wie MBSR.
Was zeigt die Forschung?
Eine Metaanalyse von 2026 wertete 34 Bildgebungsstudien mit 700 Personen zu vier Meditationsformen aus, darunter offenes Beobachten. Neben gemeinsam aktiven Hirnregionen zeigte jede Form eigene Muster. Solche Befunde beschreiben Vorgänge im Gehirn und belegen für sich noch keinen gesundheitlichen Nutzen.
Wo liegen die Grenzen?
Meditation kann auch unerwünschte Wirkungen haben, etwa Angst, depressive Beschwerden oder ungewöhnliche Denkerfahrungen, auch bei Menschen ohne frühere psychische Probleme. Selten wurde auch suizidales Verhalten berichtet. Bei psychischen Erkrankungen sollten Achtsamkeitstechniken laut Gesundheitsportal nur mit klinisch-psychologischer oder psychotherapeutischer Begleitung zum Einsatz kommen. In einer akuten Krise hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142, Kinder und Jugendliche erreichen Rat auf Draht unter 147. Im Notfall hilft die Rettung unter 144.
Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.