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Beziehung und Partnerschaft

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Auf den Punkt gebracht

Beziehung und Partnerschaft meint hier die Paarbeziehung zweier Menschen, ob verheiratet, eingetragen verpartnert oder ohne Trauschein. Konflikte können in jeder Partnerschaft immer wieder auftreten. Werden sie sehr belastend, helfen in Österreich unter anderem Familienberatungsstellen, Paarberatung und Paartherapie weiter.

Was ist mit Beziehung und Partnerschaft gemeint?

Gemeint ist die Paarbeziehung, die für viele Menschen ein wesentlicher Teil des Lebens ist. Ihre Formen sind heute vielfältiger. Manche Paare heiraten und gründen eine Familie, andere leben in getrennten Haushalten. In Österreich können seit 1. Jänner 2019 auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten, und eine eingetragene Partnerschaft können zwei Personen unabhängig vom Geschlecht begründen.

Das Wort „Partner“ kam aus dem Englischen ins Deutsche und ist zuerst 1814 bei Goethe belegt. Über das Altfranzösische geht es auf das lateinische Wort für „Teilung“ zurück. „Ehe“ stammt dagegen von einem westgermanischen Wort für „Gesetz, Recht, Vertrag“, im Althochdeutschen „ēwa“.

Was hält eine Partnerschaft zusammen?

Ein Patentrezept für eine dauerhafte Beziehung gibt es nicht, manche Verhaltensweisen gelten aber als förderlich. Als wesentlich für die Zufriedenheit nennt das Gesundheitsportal das Gesprächsverhalten, gemeinsame Wege der Konfliktlösung und die Fähigkeit zur Versöhnung. Dazu gehört etwa, zuzuhören, ausreden zu lassen, Wünsche auszusprechen und von sich selbst zu sprechen, statt Vorwürfe zu machen. Kritik, Verachtung, Abwehr und Gesprächsverweigerung erschweren es dagegen, Probleme zu lösen.

Nach der Dreieckstheorie des amerikanischen Psychologen Robert Sternberg besteht Liebe aus Intimität, Leidenschaft und Verbindlichkeit. Im Lauf einer Beziehung verschieben sich diese Anteile oft. Die Leidenschaft rückt häufig in den Hintergrund, während Intimität und Verbindlichkeit an Gewicht gewinnen.

Was belastet eine Beziehung?

Paare müssen sich laufend abstimmen, etwa über Werte, Lebensziele oder die Aufgaben im Haushalt, und dabei entstehen immer wieder Konflikte. Besonders fordernd sind oft Übergänge wie die Familiengründung, die Geburt eines Kindes, der Auszug der Kinder oder die Pensionierung. Auch berufliches Eingespanntsein, familiäre Pflichten und die finanzielle Lage können eine Beziehung belasten. Fernbeziehungen, bikulturelle und gleichgeschlechtliche Paare stehen zum Teil vor zusätzlichen Schwierigkeiten.

Eine zufriedene Partnerschaft wirkt sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. Andauernde Probleme und Konflikte können sich dagegen gesundheitlich bemerkbar machen, bis hin zu körperlichen Beschwerden.

Wer hilft in Österreich?

Eine erste kostenlose Anlaufstelle sind die rund 400 vom Bund geförderten Familien- und Partnerberatungsstellen. Sie beraten vertraulich und anonym, sind in allen Bezirken vorhanden und bieten zum Teil auch Online-Beratung an. In den Teams arbeiten unter anderem Ehe- und Familienberater:innen, Psycholog:innen, Jurist:innen und Ärzt:innen. Paarkonflikte, Kommunikation, Rollenverteilung und Sexualität machten 2025 rund 13 Prozent der nachgefragten Themen aus.

Beratung bei Ehe- und Familienproblemen gehört laut Gewerbeordnung auch zur Lebens- und Sozialberatung, Psychotherapie ist davon aber ausgenommen. Paartherapie ist eine Form der Psychotherapie, die neben Einzel-, Gruppen- und Familientherapie angeboten wird. Auch Klinische Psycholog:innen unterstützen Paare. Die Sozialversicherung übernimmt oder bezuschusst Psychotherapie in der Regel nur bei einer krankheitswertigen psychischen Störung mit ärztlicher Bestätigung, reine Beratung ist keine Kassenleistung.

Steht eine Trennung oder Scheidung im Raum, gibt es bei Gericht eine kostenlose, vertrauliche Familien- und Scheidungsberatung. Vor einer einvernehmlichen Scheidung mit gemeinsamen Kindern ist ein Beratungsgespräch zum Wohl der Kinder gesetzlich vorgeschrieben. Können sich die beiden nicht einigen, etwa über Vermögen oder Unterhalt, kann eine Familienmediation weiterhelfen.

Wo endet Streit und wo beginnt Gewalt?

Eine klare Grenze ist überschritten, sobald körperliche oder psychische Gewalt vorkommt. Gewalt in Paarbeziehungen kann körperlich, psychisch, sexuell oder ökonomisch sein, zu psychischer Gewalt zählen etwa Isolation, Angstmachen und Abwertung. Als bedenklich gilt laut Gesundheitsportal auch eifersüchtiges Kontrollverhalten, etwa das Lesen persönlicher Nachrichten oder Verbote, jemanden zu treffen. Gewalt betrifft Frauen, Kinder und Jugendliche, auch Männer können betroffen sein.

Bei akuter Gefahr hilft die Polizei unter 133. Die Frauenhelpline gegen Gewalt berät unter 0800 222 555 rund um die Uhr, kostenlos, anonym und mehrsprachig. Männer erreichen die Männerberatung unter 0800 400 777 rund um die Uhr, kostenlos und anonym. Wer fürchtet, selbst gewalttätig zu werden, findet auf oesterreich.gv.at passende Ansprechstellen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (17)