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Arbeitsplatzergonomie

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Auf den Punkt gebracht

Arbeitsplatzergonomie bedeutet, Arbeitsplatz, Arbeitsmittel und Arbeitsabläufe so zu gestalten, dass sie zu den Menschen passen, die dort arbeiten. Eine ergonomische Arbeitsplatzberatung zeigt, wie sich Tisch, Stuhl, Bildschirm, Haltung und Pausen günstig einrichten lassen. In Österreich bieten das unter anderem Ergo- und Physiotherapeut:innen an.

Was ist Arbeitsplatzergonomie?

Ergonomie ist laut Duden die Wissenschaft von den Leistungsmöglichkeiten und -grenzen des arbeitenden Menschen und von der bestmöglichen Anpassung zwischen Mensch und Arbeitsbedingungen. Das Wort kommt aus dem Englischen und geht auf das griechische „érgon“ für Arbeit zurück. Arbeitsplatzergonomie wendet dieses Wissen auf den konkreten Arbeitsplatz an.

Die Internationale Ergonomie-Vereinigung IEA unterscheidet dabei mehrere Bereiche. Die körperliche Ergonomie befasst sich etwa mit Arbeitshaltungen, dem Heben und Tragen, wiederholten Bewegungen und der Einrichtung des Arbeitsplatzes. Die kognitive Ergonomie betrifft unter anderem geistige Belastung und die Arbeit am Computer, die organisatorische Ergonomie etwa Arbeitszeiten, Teamarbeit und Telearbeit.

Woher kommt die Ergonomie?

Als eigenes Fachgebiet entstand die Ergonomie um die Mitte des 20. Jahrhunderts. 1949 wurde in England die Ergonomics Research Society gegründet. Wenige Jahre später startete die Europäische Produktivitätsagentur ein Projekt mit dem Titel „Fitting the Task to the Worker“, also „die Arbeit dem Menschen anpassen“. 1959 beschlossen Fachleute die Gründung der Internationalen Ergonomie-Vereinigung, die 1961 ihre erste Generalversammlung in Stockholm abhielt.

Was schreibt das Gesetz in Österreich vor?

Arbeitgeber:innen müssen bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen den „Faktor Mensch“ berücksichtigen, so das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz. Bildschirmarbeitsplätze sind ergonomisch zu gestalten, mit geeigneten Tischen und Sitzgelegenheiten und genug Platz für wechselnde Haltungen. Blendungen und Spiegelungen sind zu vermeiden.

Die Bildschirmarbeitsverordnung wird noch konkreter. Der Bildschirm muss dreh- und neigbar sein oder auf einem eigenen Ständer stehen. Arbeitsstühle brauchen eine verstellbare Sitzhöhe und eine in Höhe und Neigung verstellbare Rückenlehne, bei Bedarf gibt es eine Fußstütze.

Wer täglich mehr als zwei Stunden ununterbrochen am Bildschirm arbeitet, hat nach jeweils 50 Minuten Anspruch auf mindestens 10 Minuten Pause oder Tätigkeitswechsel. Wer durchschnittlich mehr als zwei Stunden ununterbrochen oder mehr als drei Stunden täglich am Bildschirm arbeitet, hat außerdem ein Recht auf eine Untersuchung der Augen und des Sehvermögens, vor Beginn der Tätigkeit und danach in regelmäßigen Abständen.

Wie läuft eine ergonomische Arbeitsplatzberatung ab?

In einer Beratung lernen Beschäftigte laut dem Berufsverband Ergotherapie Austria, wie sie ihren Arbeitsplatz einrichten und worauf sie bei der Arbeitshaltung achten. Dazu kommen ein durchdachter Umgang mit Pausen und passende Ausgleichsübungen. Ergotherapeut:innen begleiten außerdem Menschen, die nach einer Krankheit oder einem Unfall an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Ergonomie ist eine mögliche Spezialisierung in der Ergotherapie, und auch Physiotherapeut:innen beraten zu ergonomischem Verhalten. In der Gesundheitsförderung und Vorbeugung dürfen beide Berufe laut MTD-Gesetz ohne ärztliche Anordnung arbeiten. Für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist in der Regel eine ärztliche Verordnung nötig, sonst ist die Leistung privat zu bezahlen. Arbeitgeber:innen können zudem Ergonom:innen beiziehen, etwa wenn Gefahren am Arbeitsplatz ermittelt und beurteilt werden.

Was bringen ergonomische Maßnahmen?

Wie stark einzelne Maßnahmen Beschwerden vorbeugen, ist nur wenig gesichert. Eine Cochrane-Übersicht zu Büroarbeitsplätzen fand für Armstützen und alternative Computermäuse widersprüchliche Ergebnisse. Für eine Anpassung des Arbeitsplatzes und für Steh-Sitz-Tische zeigte sich in je einer Studie keine Wirkung auf Beschwerden in Armen und Händen.

Auch für zusätzliche Arbeitspausen sind die Daten sehr unsicher. Mehr Stehen oder Gehen im Büro verringerte Muskel- und Gelenkbeschwerden in den bisherigen Studien nicht nachweisbar. Beim Karpaltunnelsyndrom hat Computerarbeit laut IQWiG höchstens einen geringen Einfluss. Ob ergonomische Tastaturen vorbeugen, ist unklar.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (14)