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Yogatherapie

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Auf den Punkt gebracht

Yogatherapie bezeichnet die gezielte Anwendung von Yogaübungen, die auf die Beschwerden, Fähigkeiten und Ziele einer einzelnen Person zugeschnitten sind. Ziel ist, Gesundheit und Wohlbefinden zu unterstützen. In Österreich ist Yogatherapie kein gesetzlich geregelter Gesundheitsberuf und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Behandlung.

Was ist Yogatherapie?

Yogatherapie nutzt Werkzeuge des Yoga wie Bewegung, Atemübungen, Meditation und gelenkte Aufmerksamkeit und stimmt sie auf eine bestimmte Person ab. Anders als in vielen Yogakursen folgt sie meist keiner festen, für alle gleichen Übungsfolge. Fachartikel beschreiben Yogatherapie als junge, sich entwickelnde Praxis im Bereich der ergänzenden Gesundheitsversorgung. Die Angebote unterscheiden sich stark voneinander, was auch ihre Erforschung erschwert.

Woher kommt Yogatherapie?

Als Ausgangspunkt gilt die Arbeit von Swami Kuvalayananda in Indien. Er gründete 1924 das Kaivalyadhama Yoga Institute und die Zeitschrift Yoga Mīmāmsā, die als erste Fachzeitschrift für Yogaforschung gilt. Beide sollten Yogatechniken wissenschaftlich untersuchen und das Wissen öffentlich zugänglich machen. Zu den frühen Untersuchungen zählten etwa der Blutdruck in bestimmten Körperhaltungen und der Druck im Magen. Ein Fachartikel von 2025 sieht in diesem Jahr die Geburtsstunde der Yogatherapie.

Heute gibt es internationale Bemühungen um Standards. So vergibt der Verband International Association of Yoga Therapists (IAYT) eine Zertifizierung für einzelne Yogatherapeut:innen. Auch Ausbildungsstätten werden inzwischen akkreditiert. Diese Ausbildung wird bisher vor allem in den USA angeboten.

Wie läuft Yogatherapie ab?

In der Tradition des Viniyoga etwa findet Yogatherapie einzeln statt und beginnt mit einem Erstgespräch über Anliegen und Ziele. Daraus werden persönliche Übungen abgeleitet, die die Person auch selbst wiederholen kann. Im Verlauf werden Ziele und Übungen immer wieder überprüft und angepasst. Die Beziehung zwischen Yogatherapeut:in und übender Person gilt dabei als wichtiger Teil der Arbeit.

Was sagt die Forschung?

Zwei Übersichtsarbeiten zeigen beispielhaft, wie nüchtern die Studienlage zu Yoga bei einzelnen Beschwerden ausfällt. Bei chronischen Kreuzschmerzen verbesserte Yoga laut einer Cochrane-Übersicht Rückenfunktion und Schmerzen im Vergleich zu keinem Training nur gering und klinisch unbedeutend. Gegenüber anderen Rückenübungen gab es bei der Rückenfunktion wahrscheinlich kaum einen Unterschied, für die Schmerzen ist das unklar. Bei Burnout waren die Ergebnisse einer Bewertung von fünf Studien uneinheitlich, auf den Schweregrad insgesamt zeigte sich im Vergleich zu passiven Kontrollgruppen keine Wirkung.

Auch Yoga kann Nebenwirkungen haben. In der Cochrane-Übersicht traten häufiger unerwünschte Ereignisse auf als ohne Übungen, vor allem stärkere Rückenschmerzen, aber wohl ähnlich oft wie bei anderen Übungsprogrammen. Fortgeschrittene Haltungen wie Kopfstand oder Schulterstand sollten laut einer Übersicht von Fallberichten normalerweise weder Anfänger:innen noch Menschen mit Vorerkrankungen üben. Menschen mit Vorerkrankungen sollten die Übungen laut dieser Übersicht gemeinsam mit Ärzt:in und Yogalehrer:in anpassen. Bei grünem Star gelten Umkehrhaltungen als ungeeignet, bei geschwächten Knochen kraftvolle Übungen.

Wer bietet Yogatherapie in Österreich an?

Yogatherapie ist in Österreich kein gesetzlich geregelter Gesundheitsberuf. Gesundheitsberufe beruhen auf eigenen Bundesgesetzen, die Ausbildung, Berufsberechtigung und Tätigkeitsvorbehalte festlegen, und in der Übersicht des Gesundheitsportals kommt Yogatherapie nicht vor. Krankheiten zu untersuchen und zu behandeln, gehört laut Ärztegesetz zum ärztlichen Beruf, den andere nicht ausüben dürfen. Andere Gesundheitsberufe übernehmen nur die Tätigkeiten, die ihr eigenes Berufsgesetz vorsieht.

Für Angebote rund um Bewegung, Entspannung und Wohlbefinden besteht laut Gesundheitsportal keine einheitliche gesetzliche Grundlage für Ausbildung und Berufsausübung. Solche Angebote umfassen keine medizinischen, diagnostischen oder therapeutischen Befugnisse. Yoga zu unterrichten gilt laut einem Infoblatt der Wirtschaftskammer Steiermark zudem nicht als Gewerbe, sondern als Privatunterricht. Wer Beschwerden hat, sollte sie deshalb zuerst ärztlich abklären lassen und Yogatherapie höchstens ergänzend nutzen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (12)