Was ist eine Vasektomie?
Eine Vasektomie macht einen Mann durch einen operativen Eingriff dauerhaft unfruchtbar. Das Wort setzt sich aus lateinischen und griechischen Bestandteilen zusammen und bezeichnet die Durchtrennung des Samenleiters. Da keine Spermien mehr in das Ejakulat gelangen, kann nach dem Geschlechtsverkehr keine Eizelle befruchtet werden.
Eine Sterilisation ist keine Kastration, denn die Hoden bleiben erhalten. Hormonproduktion und Orgasmusfähigkeit bleiben unverändert, und auch der Samenerguss sieht fast gleich aus, weil Spermien nur einen kleinen Teil davon ausmachen. Vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt eine Vasektomie nicht, das können nur Kondome.
Wie läuft eine Vasektomie ab?
Der Eingriff erfolgt meist ambulant unter örtlicher Betäubung und dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Die Urologin oder der Urologe gelangt über den Hodensack an die Samenleiter, durchtrennt sie, entfernt meist ein kurzes Stück und verschließt die Enden. Bei der sogenannten Non-Scalpel-Technik wird die Haut nur mit einer Klemme minimal geöffnet, was in Studien zu weniger Infektionen und Blutergüssen führte.
Danach empfiehlt es sich, sich ein bis zwei Tage zu schonen und etwa eine Woche auf Sex und Sport zu verzichten. Wichtig ist, dass der Schutz nicht sofort besteht, weil sich noch Spermien in den Samenwegen befinden. Bis eine Laboruntersuchung des Samens, ein Spermiogramm, keine Spermien mehr zeigt, muss zusätzlich verhütet werden. Das Gesundheitsportal nennt dafür etwa drei Monate.
Wie sicher ist eine Vasektomie?
Die Vasektomie zählt zu den sichersten Verhütungsmethoden. Im ersten Jahr kommt es bei weniger als zwei von 1.000 Partnerinnen sterilisierter Männer zu einer Schwangerschaft. Bei weniger als einem von 100 Männern wachsen die Samenleiter kurz nach der Operation wieder zusammen, was das Spermiogramm aufdecken kann.
Welche Risiken gibt es?
Das Risiko für Komplikationen ist gering. Nach dem Eingriff können Schwellungen, Schmerzen, Nachblutungen und Blutergüsse auftreten, seltener Wundinfektionen, die sich meist innerhalb weniger Tage legen. Ernsthafte Entzündungen sind die Ausnahme. Manchmal bilden sich kleine Knötchen im Hodensack, sogenannte Spermagranulome, die meist schmerzlos sind und von selbst zurückgehen.
Etwa 15 von 100 Männern haben danach anhaltende Schmerzen oder Missempfindungen im Hodensack, das Post-Vasektomie-Syndrom. Manche stört das kaum, andere belastet es, und eine nachweislich wirksame Behandlung gibt es bisher nicht. Ob eine Vasektomie das Risiko für Prostatakrebs erhöht, ist offen, die Studien zeigen keine eindeutigen Ergebnisse.
Was gilt in Österreich?
Eine Sterilisation darf nur mit Einwilligung des Mannes erfolgen, niemand darf zu ihr gedrängt werden. Nach dem Strafgesetzbuch ist sie nicht rechtswidrig, wenn der Mann das 25. Lebensjahr vollendet hat oder der Eingriff aus anderen Gründen nicht gegen die guten Sitten verstößt. Vorher findet ein ärztliches Beratungsgespräch über Verhütungsmöglichkeiten, Ablauf und Risiken statt.
Für die Vasektomie ist laut Gesundheitsportal mit Kosten zu rechnen, eine spätere Wiederherstellung kostet gesondert. Informationen zu Eingriff und Kosten geben Urolog:innen.
Kann man eine Vasektomie rückgängig machen?
Eine Refertilisierung ist möglich, dabei werden die Samenleiter mikrochirurgisch wieder verbunden. Das gelingt aber nicht bei jedem Mann, und auch mit Spermien im Ejakulat stellt sich nicht immer eine Schwangerschaft ein. Nach einer Sterilisation bleibt eine künstliche Befruchtung mit Spermien aus dem Hoden möglich, ist aber aufwendiger.
Weil sich Lebensumstände ändern können, etwa mit einer neuen Partnerschaft, sollte die Entscheidung gut überlegt sein. Hilfreiche Fragen sind, ob die Familienplanung abgeschlossen ist und ob andere Verhütungsmethoden ausreichend besprochen wurden. Mit einer Partnerin oder einem Partner gemeinsam darüber zu sprechen, ist wichtig, die Entscheidung trifft aber der Mann selbst.