Was ist eine Schlafapnoe?
Manche Menschen schlafen lange genug und fühlen sich am nächsten Tag trotzdem wie gerädert. Eine mögliche Ursache ist eine Schlafapnoe. Dabei kommt es im Schlaf wiederholt zu Atemaussetzern, den Apnoen, und zu flacher Atmung, den Hypopnoen, meist ohne dass die Betroffenen es merken. Das Wort Apnoe geht auf das griechische „ápnoia“ zurück, was „Windstille“ oder „Nicht-Atmung“ bedeutet.
Fachleute unterscheiden zwei Hauptformen. Bei der obstruktiven Schlafapnoe erschlafft die Muskulatur der oberen Atemwege, sodass sich der Rachen verengt oder ganz verschließt. Bei der selteneren zentralen Schlafapnoe sendet das Atemzentrum im Hirnstamm nicht die richtigen Signale, die Atemanstrengung fehlt oder ist vermindert. Schätzungen zufolge hat etwa jede zehnte erwachsene Person eine obstruktive Schlafapnoe, Männer häufiger als Frauen.
Woran erkennt man eine Schlafapnoe?
Typisch ist lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit Atempausen, das oft zuerst der Partnerin oder dem Partner auffällt. Auf die Aussetzer folgt meist eine kurze Weckreaktion. Wiederholt sie sich die ganze Nacht, kann das den erholsamen Tiefschlaf verhindern.
Tagsüber zeigen sich starke Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen am Morgen oder ein trockener Mund beim Aufwachen. Manche Betroffene nicken in ruhigen Momenten unfreiwillig ein, was am Steuer gefährlich werden kann.
Wie entsteht eine Schlafapnoe?
Zu den Risikofaktoren der obstruktiven Form zählen starkes Übergewicht, höheres Alter und männliches Geschlecht.
Eine zentrale Schlafapnoe kann unter anderem bei Herzschwäche, nach einem Schlaganfall, durch Opioide oder bei Aufenthalten in großer Höhe auftreten.
Warum sollte man sie ernst nehmen?
Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe haben häufiger Bluthochdruck und ein höheres Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen. Die einzelnen Atemaussetzer sind in der Regel nicht akut gefährlich. Vor einer Operation sollten Betroffene das Narkoseteam über die Schlafapnoe informieren, weil eine Narkose die Atemwege zusätzlich verengen kann.
In Österreich darf bei Verdacht auf eine mittelschwere oder schwere obstruktive Schlafapnoe eine Lenkberechtigung nur nach einer fachärztlichen Stellungnahme erteilt oder belassen werden. Wer die Erkrankung unter Kontrolle hat, sich regelmäßig behandeln lässt und bei wem sich eine übermäßige Tagesmüdigkeit gebessert hat, kann eine Lenkberechtigung erhalten oder behalten, allerdings mit der Auflage regelmäßiger ärztlicher Kontrolluntersuchungen.
Wie wird eine Schlafapnoe festgestellt?
Im ärztlichen Gespräch geht es um Schlaf, Lebensstil und Medikamente. Oft folgt eine Messung zu Hause mit einem tragbaren Gerät, das unter anderem Atmung und Sauerstoffgehalt im Blut aufzeichnet. Zeigen sich Auffälligkeiten, kann eine Untersuchung im Schlaflabor folgen.
Erste Anlaufstelle ist meist die Hausärztin oder der Hausarzt. Weiter abklären können etwa Fachärzt:innen für Lungenheilkunde oder Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und auf Schlafmedizin spezialisierte Ärzt:innen. Notwendige Untersuchungen und Behandlungen übernimmt die Sozialversicherung, bei manchen Leistungen kann ein Selbstbehalt anfallen.
Was hilft bei einer Schlafapnoe?
Die wirksamste gängige Behandlung einer schweren obstruktiven Schlafapnoe ist die CPAP-Therapie, sie gilt als Standardtherapie. Dabei trägt man im Schlaf eine Atemmaske, über die ein Gerät Raumluft mit leichtem Überdruck in die Atemwege pumpt und sie so offen hält. Die Atemaussetzer gehen deutlich zurück, das kann auch die Tagesmüdigkeit spürbar verringern. Heilen kann das Gerät die Schlafapnoe nicht, ohne Behandlung kehren die Beschwerden meist zurück. Die Maske ist gewöhnungsbedürftig, eine enge Begleitung in den ersten Wochen erleichtert den Einstieg.
Bei leichten bis mittelschweren Formen oder wenn das Atemgerät nicht vertragen wird, kommt eine Unterkieferschiene infrage, die eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt anpasst. Abnehmen bessert die Beschwerden bei starkem Übergewicht, beseitigt sie aber selten allein.
Alkohol sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel, vor allem Benzodiazepine, lassen die Atemmuskulatur erschlaffen und können die Atemaussetzer verstärken. Auch Opioide sollten vor dem Schlafen möglichst gemieden werden. Deshalb abends auf Alkohol verzichten und jede Medikamenteneinnahme vorher ärztlich besprechen. Bei der zentralen Schlafapnoe steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund, etwa einer Herzschwäche.