Bei einer Schienenanpassung wird eine Schiene für Finger, Hand oder Arm individuell geformt oder an den Körper angepasst. Sie stellt Gelenke ruhig, schützt verletzte Strukturen oder dehnt sie behutsam. In Österreich gehört das Herstellen und Anpassen von Schienen ausdrücklich zum Berufsbild der Ergotherapie.
Was ist eine Schienenanpassung?
Schienenanpassung bedeutet, eine Schiene so zu gestalten, dass sie genau zur betroffenen Hand und zum Behandlungsziel passt. Das MTD-Gesetz zählt die Entwicklung, Herstellung und Adaptierung von Hilfsmitteln einschließlich Schienen zu den Aufgaben von Ergotherapeut:innen. Physiotherapeut:innen arbeiten nach ärztlicher Anordnung ebenfalls mit Schienen und Orthesen.
Schienen sind sehr alt. Schon im alten Ägypten wurden Brüche mit Holz und Lederstreifen geschient. Heute stehen neben Gips, Leder und Metall viele thermoplastische Kunststoffe zur Auswahl, die ab etwa 60 Grad formbar werden und direkt am Körper angepasst werden können.
Wie läuft eine Schienenanpassung ab?
Zuerst wird die betroffene Hand untersucht, etwa auf Haut, Durchblutung, Weichteilverletzungen oder eingesetzte Drähte. Danach wird festgelegt, welche Gelenke ruhiggestellt werden und welche frei beweglich bleiben. Nach einem Schnittmuster wird das erwärmte Material angeformt, die Ränder werden geglättet und Klettbänder angebracht.
Zum Schluss lernen Patient:innen, wie sie die Schiene anlegen, wie lange sie sie tragen und wie sie sie reinigen. Druckstellen, Schwellungen oder Durchblutungsprobleme sollten sie rasch melden, damit die Schiene nachgebessert werden kann. Dehnende Schienen mit Zugvorrichtung werden mehrmals täglich getragen, nachts jedoch nicht.
Wann kommt eine Schiene infrage?
Schienen werden etwa nach Brüchen und Verrenkungen, bei Entzündungen oder zur Vorbeugung von Fehlstellungen eingesetzt. Beim Karpaltunnelsyndrom wird bei leichten bis mittelstarken Beschwerden oft zuerst nachts eine Handgelenksschiene getragen. Sie kann laut IQWiG innerhalb weniger Wochen Erleichterung bringen, hilft aber oft nur vorübergehend. Für eine Kostenübernahme der Ergotherapie durch die Krankenkasse ist in der Regel eine ärztliche Verordnung nötig.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.
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