Osho-Meditationen gehen auf den indischen Lehrer Osho (1931–1990) zurück, der früher Bhagwan Shree Rajneesh hieß. Viele davon sind aktive Meditationen, bei denen auf Phasen mit Bewegung und Ausdruck eine Phase der Stille folgt. Zu den bekanntesten zählt die Dynamische Meditation. Aussagekräftige Studien zur Wirkung fehlen.
Wer war Osho?
Osho wurde 1931 in Indien geboren und lehrte zunächst Philosophie an einer Universität. 1974 gründete er in Pune einen Ashram. Seine Lehre verband Elemente aus Hinduismus, Zen-Buddhismus, Jainismus, Taoismus und Christentum mit neuen Formen von Therapie und Meditation.
Ab 1981 baute seine Bewegung in Oregon (USA) eine Kommune auf. 1984 verseuchten Mitglieder der Kommune Salatbars in der nahen Stadt The Dalles absichtlich mit Salmonellen, 751 Menschen erkrankten. Ziel war, Wählende von einer Wahl fernzuhalten. Nach strafrechtlichen Ermittlungen zerfiel die Kommune innerhalb eines Jahres. Osho kehrte 1987 nach Pune zurück und starb 1990.
Wie läuft die Dynamische Meditation ab?
Die Dynamische Meditation dauert eine Stunde und hat fünf Phasen, geübt wird mit geschlossenen Augen. Zuerst atmen Übende zehn Minuten schnell, tief und ungeordnet durch die Nase. Danach folgen zehn Minuten, in denen alles herausgelassen werden soll, etwa durch Schreien, Weinen, Springen oder Lachen. Zehn Minuten Springen mit erhobenen Armen und dem Ruf „Hoo“ schließen an. Dann verharren die Übenden 15 Minuten reglos und beobachten, zum Schluss wird 15 Minuten getanzt.
Wo liegen die Grenzen?
Belastbare Studien zur Wirkung fehlen. In der Fachdatenbank PubMed findet sich dazu nur eine kleine Studie mit 16 gesunden Teilnehmenden, die Stresshormonwerte vor und nach drei Wochen Übung verglich. Für schnelle Atemtechniken ist die Sicherheit noch wenig untersucht. Meditation kann zudem unerwünschte Wirkungen wie Angst oder depressive Beschwerden haben. Fallberichte bringen psychotische Episoden mit sehr langer Übung ohne fachliche Begleitung in Verbindung. In einer akuten Krise hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142, im Notfall die Rettung unter 144.
Wer Meditation ohne Gesundheitsberuf anbietet, darf keine Krankheiten feststellen oder behandeln.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.
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