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Lidstraffung

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Auf den Punkt gebracht

Bei einer Lidstraffung, fachlich Blepharoplastik, wird überschüssige Haut oder Fettgewebe an den Ober- oder Unterlidern entfernt. Sie verändert das Aussehen von Schlupflidern, hängenden Lidern oder Tränensäcken. Schränkt ein erschlafftes Oberlid das Gesichtsfeld messbar ein, kann der Eingriff in Österreich auch medizinisch begründet sein.

Was ist eine Lidstraffung?

Eine Lidstraffung ist eine Operation an den Augenlidern, bei der überschüssige Haut, Fett oder Muskelgewebe entfernt wird. Am Oberlid geht es um sogenannte Schlupflider oder hängende Lider, am Unterlid um Tränensäcke. Der britische Gesundheitsdienst NHS rät, die Pläne vorher mit der Hausärztin oder dem Hausarzt zu besprechen. Hinter veränderten Lidern kann nämlich auch eine Erkrankung stecken, oder es gibt Gründe, die gegen die Operation sprechen.

Woher kommt die Blepharoplastik?

Die Blepharoplastik wurde laut Fachliteratur erstmals 1818 durchgeführt, damals zur Wiederherstellung von Augenlidern. In den USA beschrieb Charles Conrad Miller 1906 eine Technik der Lidkorrektur. Seither hat sich der Eingriff zu einer Operation entwickelt, die aus kosmetischen oder aus funktionellen Gründen durchgeführt wird.

Wie läuft eine Lidstraffung ab?

Die Lidstraffung findet in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose statt. Wer blutverdünnende Medikamente einnimmt, muss das vorher dem Operationsteam sagen. Am Oberlid verläuft der Schnitt meist in der natürlichen Lidfalte, sodass die Narbe später darin verborgen liegt. Am Unterlid wird direkt unter den Wimpern oder an der Innenseite des Lids geschnitten und das Fett der Tränensäcke verlagert oder entfernt.

Der Eingriff dauert laut NHS etwa 45 Minuten bis zweieinhalb Stunden, die meisten Patient:innen gehen am selben Tag nach Hause. Für die Erholung rechnet der NHS mit rund zwei Wochen Arbeitspause. Einige Tage lang darf man nicht Auto fahren, Blutergüsse und Rötungen können mehrere Wochen bleiben. In den ersten Tagen sollen anstrengende Tätigkeiten, Schwimmen, Rauchen, Kontaktlinsen und Augenreiben vermieden werden.

Welche Risiken hat eine Lidstraffung?

Nach dem Eingriff sind geschwollene, taube Lider häufig, die sich vorübergehend schwer schließen lassen. Auch gereizte, empfindliche oder tränende Augen über einige Wochen, Blutergüsse und Narben kommen oft vor. Gelegentlich treten verschwommenes Sehen oder Doppelbilder, ungleich wirkende Augen, auffällige Narben oder ein verändertes Gefühl in den Lidern auf.

Selten sind ernstere Komplikationen möglich. Dazu zählen Verletzungen der Augenmuskeln, ein nach außen gekipptes Unterlid (Ektropium), eine Blutung in die Augenhöhle und eine Beeinträchtigung des Sehvermögens, die sich laut NHS langfristig bessern kann. Wie bei jeder Operation besteht außerdem ein kleines Risiko für starke Blutungen, Blutgerinnsel, Infektionen und eine allergische Reaktion auf die Betäubung. Manche Menschen sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden und wünschen eine weitere Operation.

Wann ist eine Lidstraffung medizinisch begründet?

Laut den Erläuterungen zum österreichischen Gesetz über ästhetische Behandlungen und Operationen (ÄsthOpG) kann eine Lidstraffung medizinisch begründet sein. Als Beispiele nennen sie ein erschlafftes Oberlid mit messbarer Einschränkung des Gesichtsfelds oder krankhafter Muskelspannung. Beim Unterlid gilt das für eine Erschlaffung mit krankhaftem Ektropium. Dann gelten nicht die Sonderregeln für ästhetische Operationen. Ob die Krankenkasse zahlt, entscheidet sie aber nach eigenen Kriterien, das wird in der Regel vorab geklärt.

Was gilt in Österreich?

Ohne medizinischen Grund zählt die Ober- und Unterlidkorrektur laut ÄsthOpG zu den ästhetischen Operationen. Durchführen dürfen sie Fachärzt:innen für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie sowie weitere Ärzt:innen, die die Österreichische Ärztekammer dafür berechtigt, laut Gesetzeserläuterungen etwa Fachärzt:innen für Augenheilkunde.

Vor dem Eingriff ist eine ausführliche mündliche und schriftliche Aufklärung über Risiken, Nachbehandlung und Kosten Pflicht. Danach müssen mindestens zwei Wochen bis zur Einwilligung vergehen. Unter 16 Jahren sind ästhetische Operationen verboten, bei 16- bis 18-Jährigen braucht es zusätzliche Einwilligungen und eine psychologische oder psychiatrische Abklärung. Die Kosten einer ästhetischen Lidstraffung zahlt die soziale Krankenversicherung nicht, auch nicht für Folgen von Komplikationen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (6)