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Handtherapie

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Auf den Punkt gebracht

Handtherapie ist ein Spezialgebiet von Ergotherapie und Physiotherapie für Verletzungen und Erkrankungen von Hand und Arm. Ziel ist, dass die Hand im Alltag wieder möglichst gut greifen, halten und sich bewegen kann. Dazu gehören Übungen, Beratung und oft individuell angepasste Schienen.

Was ist Handtherapie?

Handtherapie ist die spezialisierte Behandlung von Hand und Arm durch Ergo- und Physiotherapeut:innen. Handtherapeut:innen haben laut dem internationalen Dachverband IFSHT umfangreiches Wissen über den Aufbau von Hand und Arm, die Heilung von Knochen und Gewebe und die Anfertigung von Schienen. Alle haben zuerst eine Grundausbildung in Ergotherapie oder Physiotherapie abgeschlossen. Handtherapeut:innen arbeiten eng mit Ärzt:innen zusammen, etwa aus Handchirurgie, Unfallchirurgie, Rheumatologie oder Neurologie.

Woher kommt die Handtherapie?

Die Handtherapie hat sich gemeinsam mit der Handchirurgie entwickelt. Patient:innen mit Verletzungen und Erkrankungen der Hand brauchten spezialisierte Therapeut:innen, damit die Hand wieder funktioniert. Der internationale Dachverband IFSHT entstand, nachdem Handtherapeut:innen 1980 am ersten Kongress des Weltverbands der Handchirurgie-Gesellschaften (IFSSH) in den Niederlanden teilgenommen hatten. In Österreich gründeten Ergotherapie Austria und Physio Austria im Juni 2013 die Österreichische Gesellschaft für Handtherapie (ÖGHT).

Wann kommt Handtherapie infrage?

Handtherapie kommt infrage, wenn eine Verletzung, Operation oder Erkrankung die Hand oder den Arm einschränkt. Nach Handgelenksverletzungen etwa kann Physio- oder Ergotherapie die Heilung unterstützen, weil Bewegungsübungen die Beweglichkeit fördern und die Muskulatur stärken können. Beim Karpaltunnelsyndrom, bei dem ein Nerv im Handgelenk eingeengt ist, wird bei leichten bis mittelstarken Beschwerden oft zuerst nachts eine Schiene getragen. Auch Erkrankungen wie ein Schlaganfall können Hand und Arm so einschränken, dass Alltagstätigkeiten wieder geübt werden müssen.

Wie läuft eine Handtherapie ab?

Am Anfang wird erhoben, was die Hand noch kann und wo im Alltag Schwierigkeiten bestehen. Danach werden gemeinsam Ziele festgelegt. Geübt werden zum Beispiel Greifen, Halten und Loslassen von Gegenständen, das Schließen von Knöpfen oder der Umgang mit Besteck. Ergänzend kommen Übungen für Kraft und Beweglichkeit sowie Eigenübungen für zu Hause dazu.

Ein wichtiger Teil sind Schienen. Ergotherapeut:innen dürfen laut MTD-Gesetz Schienen und andere Hilfsmittel für ihre Patient:innen entwickeln, herstellen und anpassen. Physiotherapeut:innen arbeiten nach ärztlicher Anordnung ebenfalls mit Schienen und Orthesen.

Was ist über die Wirkung bekannt?

Für einzelne Beschwerden liegen Studien vor, ihre Aussagekraft ist aber oft begrenzt. Bei Brüchen der Speiche nahe dem Handgelenk reicht sie laut einer Cochrane-Übersicht nicht aus, um zu sagen, welche Reha-Maßnahmen am besten wirken. Vier kleine Studien mit geringer Aussagekraft fanden, dass zusätzliche Physio- oder Ergotherapie gegenüber Heimübungen, die Therapeut:innen angeleitet hatten, keinen wesentlichen Vorteil brachte.

Beim Karpaltunnelsyndrom können Schienen innerhalb weniger Wochen Erleichterung bringen, helfen aber oft nur vorübergehend. Für bestimmte Bewegungsübungen gibt es Hinweise, dass sie die Beschwerden zumindest für einige Wochen bis Monate lindern können.

Wer bietet Handtherapie in Österreich an?

Handtherapie bieten Ergo- und Physiotherapeut:innen an, ein eigener Gesundheitsberuf ist sie nicht. Das Gesundheitsportal nennt Handtherapie bei Ergotherapeut:innen als mögliche Spezialisierung durch Weiterbildung. Die ÖGHT vergibt ein Zertifikat, das unter anderem zwei Jahre Berufserfahrung im Fachbereich Hand und einen Hochschullehrgang (CAS Handtherapie) voraussetzt. Es gilt fünf Jahre lang und kann danach erneuert werden.

Für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist in der Regel eine ärztliche Verordnung nötig. Ohne Verordnung ist die Behandlung eine Privatleistung.

Wo liegen die Grenzen?

Bei frischen Verletzungen steht die ärztliche Abklärung an erster Stelle. Gefühlsstörungen, starke Schmerzen oder eine sichtbare Fehlstellung brauchen schnelle ärztliche Hilfe. Lässt sich die Hand gar nicht mehr bewegen, ist das ein Notfall. Dann sollte man sofort in ein Krankenhaus gehen oder die Rettung unter 144 rufen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (13)