Was sind Filler?
Filler sind Stoffe, die in die Haut oder das Gewebe darunter gespritzt werden und dort Volumen geben. Sie zählen weltweit zu den häufigsten ästhetischen Behandlungen. Eingesetzt werden sie gegen Falten, gegen Volumenverlust im Gesicht und um Gesichtspartien zu stützen. Die Materialien unterscheiden sich darin, wie sie wirken, wie lange sie halten und welche Risiken sie haben. Einen einzigen Filler, der alle gewünschten Eigenschaften vereint, gibt es nicht.
Woraus bestehen Filler?
Am weitesten verbreitet sind Filler aus Hyaluronsäure, die der Körper nach und nach abbaut. Ihre Wirkung hält je nach Produkt laut einer Übersichtsarbeit etwa sechs bis 18 Monate. Sie haben frühere Filler aus tierischem oder menschlichem Kollagen weitgehend abgelöst. Ihr Ablauf und ihre Risiken sind im Begriff Hyaluronsäure-Behandlung beschrieben.
Andere abbaubare Filler wie Calciumhydroxylapatit oder Poly-L-Milchsäure regen den Körper zusätzlich an, eigenes Kollagen zu bilden, und wirken dadurch länger.
Daneben gibt es nicht abbaubare, also dauerhafte Filler, etwa aus dem Kunststoff Polymethylmethacrylat, aus Polyacrylamid-Gel oder Silikon. Weil sie im Körper bleiben, halten auch ihre Komplikationen oft länger an und sind schwerer zu behandeln. Auch körpereigenes Fett wird als Füllmaterial verwendet, das beschreibt der Begriff Eigenfetttransplantation.
Woher kommen Filler?
Am Anfang stand ein Wiener Chirurg. Robert Gersuny spritzte 1899 Vaseline, um einem Patienten nach dem Verlust eines Hodens das fehlende Organ nachzubilden. Bald wurden Vaseline und Paraffin auch gegen Falten, an Wangen, Nase und Brust eingesetzt. Die Methode war in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts beliebt. Später zeigten sich schwere Spätfolgen, weil sich das Paraffin im Gewebe verteilte und schwer entfernbare Knoten bildete.
Welche Risiken gibt es?
Jeder Filler kann Komplikationen verursachen. Die meisten sind leicht und vorübergehend, etwa Blutergüsse und Schwellungen. Manche hängen mit der Spritztechnik und der Menge zusammen, andere mit dem Material selbst.
Auch Monate oder Jahre später können noch Reaktionen auftreten. Möglich sind auch Infektionen, allergische Reaktionen und ein Wiederaufflammen von Lippenherpes. Selten bilden sich entzündliche Knoten um das Material, sogenannte Fremdkörpergranulome. Bei dauerhaften Fillern sind sie oft ausgeprägter und halten länger an. In einer Berliner Erhebung traten Reaktionen auf dauerhafte Filler im Mittel erst nach rund eineinhalb Jahren auf, bei abbaubaren nach rund fünf Monaten. Filler aus Hyaluronsäure lassen sich mit einem Enzym wieder auflösen, bei anderen Materialien ist das nicht möglich.
Gefährlich wird es, wenn Material in eine Arterie gelangt. Dann kann Gewebe absterben, in seltenen Fällen drohen ein Sehverlust oder ein Schlaganfall. Erste Warnzeichen sind ungewöhnlich starke Schmerzen und eine blasse Hautstelle, dann ist sofortiges ärztliches Handeln nötig. Wer behandelt, braucht deshalb genaue Kenntnisse der Gefäße im Gesicht.
Was gilt in Österreich?
Das Spritzen von Fillern gilt als ärztliche Tätigkeit, für die das Gesetz über ästhetische Behandlungen und Operationen (ÄsthOpG) gilt. An Personen unter 16 Jahren ist eine ästhetische Behandlung verboten. Bei 16- bis 18-Jährigen müssen sie selbst und die Erziehungsberechtigten schriftlich einwilligen, behandelt werden darf frühestens vier Wochen danach. Die Lippenvergrößerung und -aufpolsterung zählt das Gesetz zu den ästhetischen Operationen, für die strengere Regeln gelten.
Wo liegen die Grenzen?
Wie lange Filler im Vergleich wirken und wie sie sich langfristig verhalten, war laut einer Übersichtsarbeit von 2006 kaum in kontrollierten Studien untersucht. Eine Übersicht von 2013 hielt auch das Wissen über die Häufigkeit von Nebenwirkungen und ihre Risikofaktoren für begrenzt.