Apathie bezeichnet einen Zustand der Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit, in dem Gefühle, Interesse und Anteilnahme deutlich vermindert sind. Sie ist keine eigene Krankheit, sondern ein Symptom, das häufig bei psychischen Erkrankungen und bei Demenz auftritt.
Was ist Apathie?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt Apathie in ihrer Klassifikation ICD-11 als Verminderung oder Fehlen von Gefühl, Interesse oder Anteilnahme. Betroffene wirken gleichgültig gegenüber Ereignissen, Menschen und ihrer Umgebung und reagieren kaum auf äußere Reize. Der Zustand kann vorübergehend oder dauerhaft sein.
In der Fachwelt wird Apathie heute vor allem als Verlust von Motivation verstanden. Eine internationale Expert:innengruppe legte 2018 Kriterien vor: Zielgerichtete Aktivitäten nehmen im Vergleich zu früher messbar ab, und zwar seit mindestens vier Wochen. Betroffen sind mindestens zwei von drei Bereichen, nämlich Verhalten und Denken, Gefühle sowie der Kontakt mit anderen, und der Alltag ist dadurch eingeschränkt.
Woher kommt der Begriff?
Das Wort geht auf das griechische „apátheia“ zurück, gebildet aus der Verneinung „a-“ und „páthos“ für Gemütsbewegung, Leidenschaft oder Leid. In der stoischen Philosophie meinte es Leidenschaftslosigkeit und Gelassenheit. Im Deutschen wurde der Begriff in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bekannt, im 19. Jahrhundert übernahm ihn die Medizin für krankhafte Teilnahmslosigkeit.
Wann tritt Apathie auf?
Apathie ist bei vielen Erkrankungen des Gehirns sehr häufig. Das Gesundheitsportal nennt psychische Erkrankungen und Demenz, etwa die Alzheimer-Krankheit. Ein Fachartikel von R. S. Marin aus Pittsburgh beschrieb 1991 zusätzlich ein eigenes Apathie-Syndrom. Gemeint ist damit ein Motivationsverlust, der nicht auf seelische Not, nachlassende geistige Fähigkeiten oder ein getrübtes Bewusstsein zurückgeht.
Wer hilft?
Weil Apathie ein Zeichen ganz unterschiedlicher Erkrankungen sein kann, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Eine erste Ansprechstelle kann die Hausärztin oder der Hausarzt sein, die bei Bedarf weiterverweisen. Mit den gemeinsamen Kriterien wollen Fachleute auch den Weg ebnen, Apathie künftig gezielter zu behandeln.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.