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Triggerpunkt-Massage

05:23

Auf den Punkt gebracht

Bei der Triggerpunkt-Massage drücken Behandelnde gezielt auf tastbare, druckempfindliche Knötchen in verspannten Muskelsträngen, sogenannte Triggerpunkte. Solche Punkte sollen Schmerzen vor Ort und in entfernten Körperregionen auslösen können. Das Konzept geht vor allem auf die US-Ärztin Janet Travell zurück und ist in der Fachwelt umstritten.

Was ist ein Triggerpunkt?

Ein Triggerpunkt, genauer myofaszialer Triggerpunkt, ist ein kleines, tastbares Knötchen in einem verspannten Strang eines Skelettmuskels. Er ist bei Druck empfindlich. Aktive Triggerpunkte sollen auch ohne Druck schmerzen, und zwar in der Umgebung oder nach bestimmten Mustern an entfernten Stellen. Latente Triggerpunkte schmerzen dagegen nur, wenn jemand darauf drückt.

Ein Schmerzbild, das mit solchen Punkten in Verbindung gebracht wird, heißt myofasziales Schmerzsyndrom. Gefunden werden Triggerpunkte durch Abtasten. Nach dem klassischen Vorgehen sucht die untersuchende Person einen verspannten Muskelstrang mit einem sehr druckempfindlichen Knötchen. Anhaltender Druck darauf soll den bekannten Schmerz der Betroffenen auslösen.

Woher kommt das Konzept?

Verhärtungen in schmerzenden Muskeln beschäftigen die Medizin seit Langem. 1816 brachte der britische Arzt Balfour „Verdickungen“ im Muskel mit Schmerzen in Verbindung, 1843 sprach Froriep von „Muskelschwielen“. Mitte des 20. Jahrhunderts zeichnete der britische Forscher J. H. Kellgren auf, wohin Schmerzen ausstrahlen, wenn Salzlösung in Muskeln und andere Gewebe gespritzt wird.

Seine Arbeit beeinflusste die US-Ärztin Janet Travell. Gemeinsam mit Rinzler prägte sie in den 1950er-Jahren den Begriff „myofaszialer Triggerpunkt“. 1983 erschien das Handbuch „The Trigger Point Manual“, das sie mit David Simons verfasste. Es machte das Konzept unter anderem bei Physiotherapeut:innen, Ärzt:innen und Masseur:innen bekannt.

Wie läuft eine Triggerpunkt-Behandlung ab?

Zuerst tasten Behandelnde die Muskulatur nach verhärteten, druckempfindlichen Stellen ab. Danach üben sie anhaltenden Druck auf diese Stellen aus, was in der Fachsprache ischämische Kompression heißt. Auch kräftige Querreibungen, die sogenannte Querfriktion, gehören zu den manuellen Techniken. Travell und Simons empfahlen zusätzlich Dehnen, feuchte Wärme und Hinweise zur Körperhaltung im Alltag.

Unter „Triggerpunktbehandlung“ fallen auch Verfahren mit Nadeln. Dazu zählen Injektionen, etwa mit Betäubungsmitteln oder Kochsalzlösung, und das sogenannte Dry Needling. Diese Verfahren gehören nicht zur Massage.

Was sagt die Forschung?

Gute Belege für einen Nutzen manueller Triggerpunkt-Behandlungen, zu denen auch die Massage zählt, fehlen. Eine Übersichtsarbeit von 2019 wertete 19 Studien mit gut 1.000 Menschen mit lang anhaltenden Schmerzen aus. Eine kurzfristige Schmerzlinderung ließ sich nicht nachweisen. In vier Studien besserten sich die körperliche Funktion und das Gesamturteil der Behandelten. Die Autor:innen werteten die Beweislage als schwach und konnten die Methode deshalb nicht empfehlen.

Umstritten ist auch das Konzept selbst. Laut einer Übersicht von 2017 stimmen verschiedene Untersuchende beim Ertasten von Triggerpunkten nur mäßig überein, das Verfahren gilt als unzuverlässig. Kritiker:innen halten die Theorie der Triggerpunkte als eigenständige Krankheitsursache sogar für widerlegt. Die Muskelschmerzen und die Druckempfindlichkeit selbst bestreiten sie aber nicht, sondern erklären sie anders. Auch Befürworter:innen räumen ein, dass es keine allgemein anerkannten Kriterien für die Diagnose gibt und die Entstehung unklar ist.

Wer bietet Triggerpunkt-Massage in Österreich an?

In Österreich arbeiten gewerbliche Masseur:innen laut Wirtschaftskammer ausschließlich vorbeugend an gesunden Menschen, ihr Ziel ist das Wohlbefinden. Neben den Grundtechniken dürfen sie weitere Massagetechniken als Fortbildung zusätzlich anbieten.

Massagen zu Heilzwecken übernehmen medizinische Masseur:innen und Heilmasseur:innen, immer nach ärztlicher Anordnung. Medizinische Masseur:innen arbeiten nur im Dienstverhältnis und unter ärztlicher oder physiotherapeutischer Aufsicht. Heilmasseur:innen dürfen auch eigenverantwortlich und freiberuflich tätig sein. Damit die Krankenversicherung eine Heilmassage bezahlt, braucht es eine ärztliche Verordnung.

Worauf ist zu achten?

Für Massagen allgemein nennt das MSD Manual einige Vorsichtsregeln. Leichtes Unwohlsein oder eine vorübergehende Verschlechterung der Beschwerden sind möglich. Bei Menschen mit erhöhtem Risiko können Massagen Blutergüsse und Blutungen verursachen. Auf Knochen mit Osteoporose oder mit Absiedelungen einer Krebserkrankung darf kein direkter Druck ausgeübt werden.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (9)