Was ist eine Sportmassage?
Massage hat im Sport eine lange Tradition. Im Spitzensport ist sie allgegenwärtig, und auch im Amateursport wird sie immer häufiger genutzt. Eine allgemein anerkannte Definition fehlt aber. Eine Fachübersicht beschreibt Sportmassage als Sammlung von Massagetechniken für Sportler:innen und aktive Menschen, mit dem Ziel, die Erholung zu unterstützen oder Beschwerden zu behandeln.
Eingesetzt wird sie zu verschiedenen Zeitpunkten. Sie soll auf einen Wettkampf vorbereiten, nach Training oder Wettkampf die Erholung fördern und als manuelle Behandlung bei Sportverletzungen helfen. Vor dem Wettkampf soll sie außerdem die Nervosität verringern, Studien dazu gibt es aber kaum.
Wie läuft eine Sportmassage ab?
In der sportmedizinischen Fachliteratur tauchen vor allem drei Griffarten auf. Streichungen werden entlang des Muskels geführt, meist zum Rumpf hin, langsam und mit leichtem Druck. Knetgriffe arbeiten mit tieferem Druck, so weit es für die behandelte Person angenehm bleibt. Bei der tiefen Querfriktion bewegen die Finger das Gewebe quer zum Faserverlauf.
Manche Autor:innen beschreiben die Sportmassage als besonders kräftige Form der Massage, die auf Höchstleistung vorbereiten soll. Sie verbinden dann Massagegriffe mit Dehnungen, dem Bewegen von Gelenken und Druck auf einzelne Punkte.
Was sagt die Forschung?
Eine Übersichtsarbeit von 2020 hat 29 Studien mit gut 1.000 Teilnehmenden ausgewertet. Sie fand keinen Beleg, dass Massage Kraft, Sprungkraft, Sprintleistung, Ausdauer oder Ermüdung verbessert. Beweglichkeit und Muskelkater besserten sich dagegen etwas. In zwei Studien schnitten Massierte bei der Kraft sogar schlechter ab, etwa nach einer 20-minütigen Massage vor der Belastung.
Eine weitere Übersicht von 2023 kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Massage veränderte weder den Abbau von Laktat im Blut noch die Durchblutung oder die Temperatur der Muskeln. Viele Studien berichten aber von weniger Schmerzen und Muskelkater. Massierte fühlten sich nach eigener Einschätzung zudem entspannter, weniger erschöpft und besser erholt.
Eine Auswertung von 29 Übersichtsarbeiten zu Muskelkater zählt Massage zu den Maßnahmen, die Schmerzen nach ungewohnter Belastung lindern können. Die meisten dieser Arbeiten waren allerdings methodisch schwach.
Wer bietet Sportmassage in Österreich an?
In Österreich gehört die Sportmassage zum Berufsumfang der gewerblichen Massage. Gewerbliche Masseur:innen arbeiten laut Wirtschaftskammer nur vorbeugend an gesunden Menschen, ihr Ziel ist das Wohlbefinden. Beschäftigt sind sie unter anderem in Sport- und Fitnesscentern.
Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten. Massagen zu Heilzwecken übernehmen medizinische Masseur:innen und Heilmasseur:innen, dafür sind immer eine ärztliche Diagnose und Anordnung nötig.
Worauf ist zu achten?
Für Massagen allgemein nennt das MSD Manual einige Vorsichtsregeln. Leichtes Unwohlsein oder eine vorübergehende Verschlechterung der Beschwerden sind möglich. Bei Menschen mit erhöhtem Risiko können Massagen Blutergüsse und Blutungen verursachen. Auf Knochen mit Osteoporose oder mit Absiedelungen einer Krebserkrankung darf kein direkter Druck ausgeübt werden.