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PRP-Therapie

04:21

Auf den Punkt gebracht

Die PRP-Therapie ist eine ärztliche Eigenblutbehandlung. Aus einer kleinen Menge eigenen Bluts wird plättchenreiches Plasma gewonnen und gezielt eingespritzt, etwa in ein Gelenk oder an eine Sehne. Für die bisher gut untersuchten Anwendungen ist ein Nutzen nicht ausreichend belegt.

Was ist PRP-Therapie?

PRP steht für das englische „platelet-rich plasma“, also plättchenreiches Plasma. Gemeint ist der flüssige Teil des Bluts, in dem die Blutplättchen stärker konzentriert sind als im normalen Blut. Blutplättchen, fachlich Thrombozyten, sind kernlose Blutkörperchen aus dem Knochenmark, deren wichtigste Aufgabe die Blutgerinnung ist.

Blutplättchen setzen außerdem Wachstumsfaktoren und andere Botenstoffe frei. Davon erhofft man sich, dass sie die Erholung von verletztem oder abgenutztem Gewebe anregen. Plättchenreiches Plasma enthält allerdings auch Stoffe, die zum Beispiel Entzündungen verstärken können.

Woher kommt die PRP-Therapie?

Die Idee stammt aus der Blutkunde. Hämatolog:innen prägten den Begriff in den 1970er-Jahren für Plasma mit erhöhter Plättchenzahl, das zunächst als Transfusion bei Mangel an Blutplättchen diente. Rund zehn Jahre später setzte die Kiefer- und Gesichtschirurgie plättchenreiches Plasma ein. Größere Bekanntheit erlangte die Methode durch die Behandlung von Sportverletzungen bei Profisportler:innen, später auch in der Dermatologie.

Wie läuft eine PRP-Behandlung ab?

Zuerst werden einige Milliliter Blut aus einer Vene entnommen. Eine Zentrifuge trennt dann die roten Blutkörperchen vom Plasma, und das plättchenreiche Plasma wird an der betroffenen Stelle eingespritzt. Bei Kniearthrose geschieht das in den Gelenkspalt, laut dem britischen Institut NICE meist unter Ultraschallkontrolle.

Die Zubereitung ist nicht einheitlich. Je nach Verfahren enthält das Plasma mehr oder weniger Blutplättchen und weiße Blutkörperchen, manchmal kommen Zusätze wie Calciumchlorid oder Thrombin hinzu. Das erschwert es, Studien miteinander zu vergleichen.

Was zeigen Studien?

Für die meisten untersuchten Anwendungen fehlen überzeugende Belege. Bei Kniearthrose ist laut dem deutschen Institut IQWiG nicht nachgewiesen, dass die Behandlung Beschwerden lindert. Internationale Fachgesellschaften für Arthrose und Rheumatologie raten laut IQWiG sogar davon ab. NICE sieht keine großen Sicherheitsbedenken, hält die Belege zur Wirksamkeit aber für qualitativ begrenzt.

Beim Tennisellenbogen bringen Eigenblut- oder PRP-Spritzen laut einer Cochrane-Übersicht im Vergleich zu Scheinspritzen wahrscheinlich keinen spürbaren Vorteil bei Schmerzen und Armfunktion. Auch das österreichische Gesundheitsportal zählt Eigenblutinjektionen beim Tennisarm zu den Behandlungen ohne eindeutige Wirksamkeitsbelege. Für Verletzungen von Muskeln, Sehnen und Bändern reichten die Belege in einer älteren Cochrane-Übersicht ebenfalls nicht aus.

Bei schlecht heilenden Fußwunden von Menschen mit Diabetes könnte PRP die Abheilung verbessern, die Belege dafür sind aber von geringer Qualität. Bei erblich bedingtem Haarausfall fand eine Auswertung von Studien mehr Haare pro Fläche, die Studien waren jedoch uneinheitlich und von geringer Qualität.

Welche Risiken gibt es?

In Studien waren vorübergehende Schmerzen an der Einstichstelle die häufigste Nebenwirkung, und wie jede Spritze ins Gewebe birgt die Behandlung ein kleines Infektionsrisiko. Eine Gelenkinfektion ist selten, kann aber schwer verlaufen. Fachgesellschaften raten deshalb, sich nur von erfahrenen Ärzt:innen behandeln zu lassen, die auf Hygiene achten. Vor der Behandlung sollten Nutzen, Risiken und Unsicherheiten sowie andere Möglichkeiten besprochen werden.

Wer bietet PRP-Therapie in Österreich an?

Die Behandlung von Krankheiten und die Entnahme von Blut gehören nach dem österreichischen Ärztegesetz zum ärztlichen Beruf. Die PRP-Therapie ist deshalb eine ärztliche Leistung.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (14)