Was ist Dermatologie?
Laut Duden bezeichnet Dermatologie die wissenschaftliche Erforschung der Hautkrankheiten. Der Name geht auf das griechische Wort dérma für Haut zurück, verbunden mit der Endung -logie.
Laut Ärztinnen-/Ärzte-Ausbildungsordnung umfasst das Sonderfach Vorbeugung, Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation aller Erkrankungen der Haut, der hautnahen Schleimhäute und der Hautanhangsgebilde. Zu diesen zählen Haare, Nägel und Hautdrüsen.
Ebenfalls dazu gehören Hautzeichen von Erkrankungen des ganzen Körpers, Hautkrebs, Allergien und die chronische Venenschwäche. Hinzu kommt die Venerologie mit Vorbeugung, Diagnostik und Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten. Das Gesundheitsportal nennt das Fach auch „Dermatologie und Venerologie“.
Als Begründer der deutschsprachigen Dermatologie gilt der in Wien wirkende Arzt Ferdinand von Hebra, der von 1816 bis 1880 lebte. Seine Büste steht seit 1891 im Arkadenhof der Universität Wien.
Was leistet die Haut?
Die Haut ist zugleich Grenze nach außen und Schutzschild des Körpers. Sie misst eineinhalb bis zwei Quadratmeter, ist aber nur wenige Millimeter dick. Von außen nach innen besteht sie aus Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut.
Die Haut schützt vor Druck, Verletzungen, Wind und Wetter sowie vor dem Austrocknen. Sie regelt die Körpertemperatur mit, ist mit dem Immunsystem verbunden und nimmt als Sinnesorgan Berührung, Druck, Schmerz und Temperatur wahr. Zu viel UV-Strahlung aus Sonne oder Solarium kann sie schädigen und erhöht das Risiko für Hautkrebs.
Wie untersuchen Hautärzt:innen?
Viele Hauterkrankungen lassen sich schon am Aussehen erkennen. Eine vollständige Untersuchung schließt Kopfhaut, Nägel und Schleimhäute ein, deshalb wird meist die ganze Haut angesehen, auch wenn nur eine kleine Stelle auffällt. Mit dem Dermatoskop, auch Auflichtmikroskop genannt, einer Lupe mit eingebauter Lampe, lassen sich Muttermale und andere Veränderungen genauer betrachten.
Reicht der Blick nicht aus, helfen weitere Tests. Bei einer Biopsie wird unter örtlicher Betäubung ein kleines Stück Haut entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Bei Verdacht auf Pilzbefall oder Krätze wird etwas Material von der Haut abgeschabt.
Vermuten Ärzt:innen eine Allergie hinter einem Ausschlag, kommen Hauttests wie der Epikutantest mit aufgeklebten Teststoffen oder der Pricktest infrage. Der Pricktest kann selten eine schwere allergische Reaktion auslösen und gehört deshalb in geschulte Hände.
Warum ist Hautkrebs-Früherkennung ein Thema?
Hautkrebs ist oft mit bloßem Auge sichtbar, und früh entdeckt und behandelt ist er meist heilbar. Fachleute raten daher, die eigene Haut regelmäßig selbst anzusehen. Neue oder veränderte Muttermale, Stellen, die bluten oder jucken, und Wunden, die schlecht heilen, sollten hautärztlich abgeklärt werden. Bei Muttermalen hilft die sogenannte ABCDE-Regel, die auf Asymmetrie, unscharfe Begrenzung, mehrere Farben, einen Durchmesser über drei bis fünf Millimeter sowie Erhabenheit und Wachstum achtet.
Die Selbstuntersuchung ersetzt die ärztliche Kontrolle nicht. Menschen mit erhöhtem Risiko, etwa mit sehr vielen Muttermalen oder Hautkrebs in der engen Familie, wird eine regelmäßige hautärztliche Kontrolle empfohlen. Ein organisiertes Früherkennungsprogramm für Hautkrebs gibt es in Österreich nicht, weil sein Nutzen bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist. Verdächtige Stellen werden meist operativ entfernt, je nach Größe und Lage ambulant in der hautärztlichen Ordination oder im Spital.
Wer hilft in Österreich?
Zuständig sind Fachärzt:innen für Haut- und Geschlechtskrankheiten, im Alltag Hautärzt:innen genannt. Bei sexuell übertragbaren Infektionen kommen neben ihnen auch Fachärzt:innen für Urologie oder für Frauenheilkunde infrage. Ob ein direkter Termin möglich ist oder eine Überweisung nötig ist, hängt von Beschwerden und Untersuchung ab.