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Persönlichkeitstests

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Auf den Punkt gebracht

Persönlichkeitstests sind Verfahren, die Merkmale der Persönlichkeit erfassen sollen, häufig mit Fragebögen zur Selbsteinschätzung. Wissenschaftlich entwickelte Tests müssen Gütekriterien wie Objektivität, Reliabilität und Validität erfüllen. Nicht jeder Test, der sich Persönlichkeitstest nennt, erfüllt diese Ansprüche.

Was ist ein Persönlichkeitstest?

Ein psychologischer Test ist ein wissenschaftliches Routineverfahren, das ein oder mehrere abgrenzbare psychologische Merkmale möglichst genau erfassen soll. Persönlichkeitstests prüfen anders als Leistungstests keine Fähigkeiten, sondern etwa die Persönlichkeitsstruktur, Einstellungen oder Interessen. Daneben gibt es sogenannte projektive Verfahren. Dabei deuten Menschen etwa Formen wie Tintenkleckse, erzählen zu Bildern oder zeichnen.

Ein in der Forschung gut untersuchtes Modell ist das Fünf-Faktoren-Modell. Es beschreibt Persönlichkeit mit fünf Grunddimensionen, die sich über Beobachter:innen und Kulturen hinweg zeigen. Offenheit für Erfahrungen meint die Wertschätzung vielfältiger Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit die Neigung zu Selbstdisziplin. Extraversion beschreibt, wie stark sich jemand der äußeren Welt zuwendet, Verträglichkeit das Bemühen um ein harmonisches Miteinander. Neurotizismus bezeichnet die Neigung, negative Gefühle zu erleben.

Woher kommen Persönlichkeitstests?

Als Beginn der Persönlichkeitstests mit Fragebogen gilt das „Personal Data Sheet“ von Woodworth aus dem Jahr 1917. Es sollte im Ersten Weltkrieg Soldaten erkennen, die unter feindlichem Beschuss zu einem Nervenzusammenbruch neigten. Bald darauf entstanden in den USA zahlreiche weitere Tests für die Wirtschaft. Viele sollten Bewerber:innen aussortieren, von denen man Störungen am Arbeitsplatz befürchtete.

Woran erkennt man einen guten Test?

Ein guter Test erfüllt drei Hauptgütekriterien. Er ist objektiv, wenn das Ergebnis nicht davon abhängt, wer ihn durchführt und auswertet, und wenn es klare Regeln für die Deutung gibt. Er ist reliabel, wenn er möglichst ohne Messfehler misst. Valide ist er, wenn er tatsächlich das Merkmal misst, das er messen soll, und nicht etwas anderes.

Dazu kommen Nebengütekriterien. Bei der Normierung wird ein Bezugssystem geschaffen, meist mit einer Vergleichsgruppe, der sogenannten Eichstichprobe. So lässt sich ein Ergebnis im Vergleich zu anderen Menschen einordnen. Weitere Kriterien sind etwa Zumutbarkeit, Unverfälschbarkeit und Fairness.

Wo liegen die Grenzen?

Selbstauskünfte neigen grundsätzlich zu verzerrten Ergebnissen. Geht es um viel, etwa bei einer Bewerbung, fallen die Werte in üblichen Fragebögen günstiger aus als in Situationen ohne Folgen. Fragebögen, bei denen zwischen mehreren Aussagen gewählt werden muss, sind dafür laut einer Übersichtsarbeit von 2019 bei den meisten Merkmalen deutlich weniger anfällig.

Typentests teilen Menschen in feste Kategorien ein. Eine Studie von 1989 prüfte einen weit verbreiteten Typentest, der auf die Typenlehre von C. G. Jung zurückgeht. Sie fand keinen Beleg dafür, dass er wirklich voneinander getrennte Typen misst. Gemessen wurden vielmehr vier weitgehend voneinander unabhängige Dimensionen, also fließende Abstufungen.

Auch projektive Verfahren sind wissenschaftlich umstritten. Eine Übersichtsarbeit von 2000 fand nur für wenige Kennwerte aus Tintenklecks- und Bildergeschichten-Tests Belege für die Gültigkeit, für Menschzeichnungen noch weniger.

Hinzu kommt der sogenannte Barnum-Effekt. Menschen akzeptieren allgemein gehaltene, vage Persönlichkeitsbeschreibungen leicht als zutreffend und halten sie für eine genaue Beschreibung ihrer Eigenart. Ein Testergebnis, das sich stimmig anfühlt, ist deshalb noch kein Beleg für einen guten Test.

Wer darf Persönlichkeitstests einsetzen?

Befunde und Gutachten über Persönlichkeitsmerkmale im Zusammenhang mit psychischen Störungen sind in Österreich Teil der klinisch-psychologischen Diagnostik. Diese ist Klinischen Psycholog:innen vorbehalten, mehr dazu im Glossarbegriff „Klinisch-psychologische Diagnostik“. Tests zur Auswahl von Bewerber:innen beschreibt der Glossarbegriff „Eignungsdiagnostik“.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (9)