Was ist eine Nasenkorrektur?
Bei einer Nasenkorrektur formen Chirurg:innen Knochen und Knorpel der Nase um, um ihre Form oder Größe zu verändern. Der Fachbegriff Rhinoplastik verbindet das griechische Wort für Nase mit „Plastik“.
Davon zu unterscheiden ist die Begradigung einer schiefen Nasenscheidewand, die Septumplastik. Sie kommt infrage, wenn die schiefe Scheidewand die Atmung behindert, und wird meist ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt.
Woher kommt die Nasenkorrektur?
Die Wiederherstellung verletzter Nasen gilt als älteste Form der wiederherstellenden Chirurgie. Schon ägyptische Papyrustexte aus der Zeit um 2500 bis 3000 vor Christus erwähnen sie, später nennt die Fachliteratur auch Sushruta als Meilenstein dieser Geschichte. Vor rund 200 Jahren erschien das Werk „Rhinoplastik“ von K. F. Graefe.
Die Nasenkorrektur aus rein ästhetischen Gründen kam erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf. Als ihr Begründer gilt der US-amerikanische Hals-Nasen-Ohren-Arzt John Orlando Roe. Jacques Joseph aus Berlin legte Ende des 19. Jahrhunderts Grundlagen der modernen Nasenkorrektur, etwa für das Abtragen eines Nasenhöckers.
Wie läuft eine Nasenkorrektur ab?
Eine Nasenkorrektur findet meist in Vollnarkose statt. Zum Verkleinern werden Knorpel und Knochen entfernt. Zum Vergrößern wird die Nase mit Knorpel aus dem Ohr oder mit Knochen aufgebaut. Für eine andere Form wird der Nasenknochen gebrochen und der Knorpel neu angeordnet. Operiert wird entweder mit einem Schnitt zwischen den Nasenlöchern (offene Technik) oder über kleine Schnitte im Naseninneren (geschlossene Technik), die keine sichtbaren Narben hinterlassen, aber nicht immer möglich sind.
Der Eingriff dauert laut britischem Gesundheitsdienst NHS 1,5 bis 3 Stunden, meist mit ein bis zwei Nächten im Spital. Danach wird die Nase etwa eine Woche mit einer Schiene geschützt. Für die Arbeit rechnet der NHS mit bis zu zwei Wochen Pause. Bis die Schwellung ganz abgeklungen ist, kann es bis zu sechs Monate dauern. Anstrengender Sport und Kontaktsport sind vier bis sechs Wochen lang tabu.
Welche Risiken hat eine Nasenkorrektur?
Der NHS beschreibt die Nasenkorrektur als komplexe Operation, deren Ergebnis nicht garantiert werden kann. Häufig ist die Atmung durch die Nase etwa eine Woche lang behindert. Die Nase fühlt sich steif und taub an, Schwellungen und Blutergüsse um die Augen können drei Wochen anhalten. In den ersten Tagen ist leichtes Nasenbluten üblich.
Gelegentlich bleiben dauerhafte Atembeschwerden, die Nasenscheidewand wird beschädigt, der Geruchssinn verändert sich oder es kommt zu starkem Nasenbluten. Wie bei jeder Operation sind außerdem starke Blutungen, Blutgerinnsel, Infektionen und eine allergische Reaktion auf die Narkose möglich.
Wann ist eine Nasenkorrektur medizinisch begründet?
Laut den Erläuterungen zum österreichischen Gesetz über ästhetische Behandlungen und Operationen (ÄsthOpG) kann eine Nasenkorrektur medizinisch begründet sein. Genannt werden entstellende Veränderungen nach Unfällen oder Tumoren und Veränderungen im Inneren der Nase, die die Atmung behindern. Ob die Krankenkasse zahlt, prüft sie nach eigenen Kriterien, in der Regel vorab.
Was gilt in Österreich?
Ohne medizinischen Grund zählt die Nasenkorrektur laut ÄsthOpG zu den ästhetischen Operationen. Durchführen dürfen sie Fachärzt:innen für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie und weitere berechtigte Fachärzt:innen, etwa aus der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Vorgeschrieben sind eine ausführliche Aufklärung über Risiken und Kosten und mindestens zwei Wochen Bedenkzeit bis zur Einwilligung. Unter 16 Jahren ist der Eingriff ohne medizinischen Grund verboten, bei 16- bis 18-Jährigen sind zusätzliche Einwilligungen und eine psychologische oder psychiatrische Abklärung Pflicht. Die Kosten trägt die soziale Krankenversicherung nicht.
Bei einer körperdysmorphen Störung kreisen die Gedanken übermäßig um einen kaum oder gar nicht vorhandenen Makel, laut MSD Manual oft im Gesicht, zum Beispiel an der Nase. Kosmetische Eingriffe helfen dann laut MSD Manual fast nie. Entsteht ein solcher Verdacht, muss die Ärztin oder der Arzt vor der Operation eine Abklärung veranlassen.