Mit japanischer Massage ist meist Anma gemeint, die traditionelle Massage Japans. Sie wird über der Kleidung und ohne Öl ausgeführt, vor allem mit Kneten und Drücken. In Japan braucht eine staatliche Zulassung, wer Anma, Massage oder Shiatsu beruflich ausübt.
Was ist Anma?
Anma ist eine traditionelle japanische Massage, die auf Grundsätzen der chinesischen Medizin beruht. Der Name setzt sich aus „An“ für Drücken und „Ma“ für Streichen zusammen. Zu den Grundgriffen zählen Streichen, Kneten, Drücken, Vibrieren, Klopfen und Bewegen, am häufigsten wird geknetet und gedrückt. Massiert wird vom Herzen weg zu den Händen und Füßen hin. Neben Anma gehört auch Shiatsu zu den japanischen Berührungsverfahren.
Woher kommt Anma?
Die Grundlagen kamen um das 6. Jahrhundert aus China über Korea nach Japan. Schon ein Gesetz aus dem Jahr 701 regelte eine eigene Ausbildung in Anma. Ihre typische Form erhielt die Massage in der Edo-Zeit ab dem 17. Jahrhundert. Damals wurden Anma und Akupunktur auch zu einem Beruf für sehbehinderte Menschen. Ab 1880 wurden sie an Blindenschulen unterrichtet, und bis heute arbeiten viele sehbehinderte Praktiker:innen in diesem Beruf.
Heute dürfen in Japan neben Ärzt:innen nur Personen mit staatlicher Zulassung beruflich Anma, Massage oder Shiatsu ausüben. Voraussetzung sind eine mindestens dreijährige Ausbildung und eine staatliche Prüfung.
Was sagt die Forschung?
Studien zu Anma gibt es bisher nur wenige, sie stammen von einer japanischen Hochschule und sind klein. In einer Pilotstudie mit 15 Frauen milderte Anma Nacken- und Schulterverspannungen sowie Angstgefühle.
Wo liegen die Grenzen?
Für Massagen allgemein nennt das MSD Manual zwei Vorsichtsregeln. Auf Knochen mit Osteoporose oder Krebsabsiedelungen darf kein direkter Druck ausgeübt werden, und bei erhöhter Blutungsneigung sind Blutergüsse und Blutungen möglich. Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.