Die Facio-Orale Trakt Therapie (F.O.T.T.) ist ein Therapiekonzept für Menschen mit Störungen im Gesichts- und Mundbereich nach einer Schädigung des Gehirns. Sie umfasst Schlucken und Essen, Mundpflege, Atmung, Stimme und Sprechen sowie die Mimik. Entwickelt hat sie die Sprachtherapeutin Kay Coombes auf Grundlage des Bobath-Konzepts.
Was ist F.O.T.T.?
F.O.T.T. ist ein Konzept zur Untersuchung und Behandlung von Menschen mit Störungen nach einer Schädigung des Gehirns, einschließlich neurogener Schluckstörungen. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie ordnet es den Konzepten zu, die nicht allein auf das Schlucken zielen. Das Konzept gliedert sich in vier Bereiche: Schlucken und Essen, Mundhygiene, Atmung mit Stimme und Sprechen sowie den Gesichtsausdruck.
Woher kommt F.O.T.T.?
Kay Coombes entwickelte F.O.T.T. auf Grundlage des Bobath-Konzepts, des Behandlungsansatzes von Berta und Karel Bobath. Das Konzept wird in Kursen von F.O.T.T.-Instruktor:innen weitergegeben. 2010 wurde der Ablauf in einem Entscheidungsalgorithmus beschrieben, den Fachleute aus Ergotherapie und F.O.T.T.-Lehre entwickelten und den Kay Coombes freigegeben hat.
Wie läuft eine F.O.T.T.-Behandlung ab?
Am Anfang steht ein Befund, danach folgt die Behandlung in den vier Bereichen. Der Algorithmus von 2010 legt für jeden Bereich fest, welche Bausteine Therapeut:innen einsetzen können, etwa beim Essen oder bei der Mundpflege. Ziel ist, dass die Betroffenen ihre Gesichts- und Mundfunktionen im Alltag möglichst gut nutzen können.
Was sagen Studien?
F.O.T.T. ist bislang wenig untersucht. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie nennt das Konzept unter den im deutschsprachigen Raum eingesetzten Verfahren. Die meisten Studien betreffen aber andere Formen der Schlucktherapie. Auch für übende Schlucktherapien allgemein fehlen große, aussagekräftige Studien.
Bisher gibt es zu F.O.T.T. vor allem kleine Studien ohne Vergleichsgruppe. Bei 19 Menschen mit akuter neurogener Schluckstörung schluckten die Teilnehmenden während der Behandlung häufiger, die Wirkung hielt aber nicht an. Eine Studie mit zehn Schwerstbetroffenen fand nach einzelnen Einheiten eine vorübergehend geringere Wachheit und seltenere Schluckbewegungen, was bei der Therapieplanung zu beachten ist. Bei Menschen mit Trachealkanüle verkürzte sich in einer Studie nach Einführung eines F.O.T.T.-Ablaufs die Zeit bis zur Entfernung der Kanüle.
Warum gehören Schluckstörungen in fachliche Hände?
Schluckstörungen können gefährlich werden und im schlimmsten Fall zum Ersticken führen. Bei akuter Atemnot oder Ersticken ist sofort die Rettung unter 144 zu rufen. Gelangen Nahrung oder Flüssigkeit unbemerkt in die Atemwege, kann eine Lungenentzündung entstehen. Hinweise darauf sind etwa Räusperzwang, eine brodelnde Stimme, ungewollter Gewichtsverlust oder unklares Fieber.
Zunehmende Schluckbeschwerden sind ein Alarmzeichen. Vor allem wenn sie rasch schlimmer werden und zugleich das Gewicht sinkt, ist eine rasche ärztliche Abklärung nötig. Welche Nahrungskonsistenz sicher ist, können Fachärzt:innen gemeinsam mit Logopäd:innen feststellen.
Wer bietet F.O.T.T. in Österreich an?
F.O.T.T. wird in Kursen an Fachleute vermittelt, die mit neurologisch erkrankten Menschen arbeiten, etwa Logopäd:innen und Ergotherapeut:innen. Die Behandlung von Schluckstörungen ist ein wichtiges Tätigkeitsfeld der Logopädie, und beide Berufe zählen zu den gehobenen medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufen. Für eine Kostenübernahme durch die Sozialversicherung ist in der Regel eine ärztliche Verordnung nötig.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.
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