Was ist ein Facelift?
Ein Facelift ist eine ästhetische Operation, die das Gesicht straffer und glatter wirken lassen soll. Der britische Gesundheitsdienst NHS beschreibt als Ziel, lockere Haut in der unteren Gesichtshälfte, vor allem Hängebäckchen, und am Hals zu verringern. Das Wort stammt aus dem Englischen, „face“ heißt Gesicht. Der Fachbegriff lautet Rhytidektomie, eine Bildung aus dem Griechischen und Neulateinischen.
Woher kommt das Facelift?
Als Pioniere gelten die deutschen Chirurgen Eugen Holländer und Erich Lexer, die Anfang des 20. Jahrhunderts unabhängig voneinander die ersten Facelifts in Deutschland durchführten. Holländer entfernte dabei nur Hautstreifen, Lexer löste die Haut zusätzlich über mehrere Zentimeter ab. Neuere Funde in alten Dokumenten deuten darauf hin, dass rein kosmetische Gesichtsoperationen schon ab 1851 im Verborgenen stattfanden. Später entwickelte sich die Methode von reinen Hautschnitten zu Techniken, die auch die tiefere Bindegewebs- und Muskelschicht des Gesichts einbeziehen.
Wie läuft ein Facelift ab?
Ein Facelift findet meist in Vollnarkose statt, manchmal auch mit örtlicher Betäubung und einem Beruhigungsmittel. Es gibt viele Varianten. Typisch sind Schnitte an den Schläfen oberhalb des Haaransatzes, die vor dem Ohr, unter dem Ohrläppchen und hinter das Ohr verlaufen. Die überschüssige Haut wird entfernt und die restliche Haut nach hinten oben gezogen und vernäht. Manchmal wird zusätzlich Fettgewebe umverteilt oder ergänzt.
Der Eingriff dauert laut NHS meist zwei bis drei Stunden, die meisten Patient:innen bleiben eine Nacht im Spital. Für die Erholung rechnet der NHS mit zwei bis vier Wochen. Einige Tage lang darf man nicht Auto fahren, und für mindestens zwei Wochen sind Anstrengung, Sauna und Massagen zu vermeiden. Blutergüsse sind mindestens zwei Wochen sichtbar, bis das endgültige Ergebnis zu sehen ist, kann es sechs bis neun Monate dauern.
Welche Risiken hat ein Facelift?
Ein Facelift ist eine Operation mit typischen Folgen und möglichen Komplikationen. Häufig sind Schwellungen und Taubheitsgefühle über Wochen oder Monate, ein Steifheitsgefühl in Gesicht und Mund, Schmerzen und Blutergüsse sowie eine gedrückte Stimmung in den ersten Tagen. Die Narben verblassen, verschwinden aber nicht ganz. Auch ein höher liegender Haaransatz und weniger Haarwuchs an den Schläfen sind möglich.
Gelegentlich werden Nerven verletzt, sodass Gefühl oder Beweglichkeit im Gesicht verloren gehen. Weitere mögliche Probleme sind ungleiche Gesichtszüge, Haarausfall rund um die Narben, dicke Narben und Wundheilungsstörungen. Wie bei jeder Operation besteht ein kleines Risiko für starke Blutungen, Blutgerinnsel in einer Vene, Infektionen und eine allergische Reaktion auf die Narkose. Manche Menschen sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden und wünschen eine weitere Operation. Das MSD Manual weist allgemein darauf hin, dass man nach einer Schönheitsoperation mit dem eigenen Aussehen sogar unzufriedener sein kann als vorher.
Was gilt in Österreich?
Das Facelift ist im Gesetz über ästhetische Behandlungen und Operationen (ÄsthOpG) ausdrücklich als ästhetische Operation genannt. Durchführen dürfen es Fachärzt:innen für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie sowie weitere Ärzt:innen mit einer Berechtigung durch die Österreichische Ärztekammer. Die Ärztekammer veröffentlicht eine Liste dieser Ärzt:innen.
Vor dem Eingriff ist eine ausführliche mündliche und schriftliche Aufklärung Pflicht, unter anderem über Risiken, Narben, Nachbehandlung und alle Kosten. Zwischen Aufklärung und Einwilligung müssen mindestens zwei Wochen liegen. Unter 16 Jahren sind ästhetische Operationen verboten. Bei 16- bis 18-Jährigen braucht es zusätzlich die Einwilligung der Erziehungsberechtigten und eine psychologische oder psychiatrische Abklärung. Entsteht der Verdacht, dass der Wunsch nach der Operation Folge einer psychischen Erkrankung ist, muss vorher eine solche Abklärung veranlasst werden.
Die soziale Krankenversicherung übernimmt die Kosten nicht, auch nicht für mögliche Folgekosten durch Komplikationen. Für ästhetische Operationen gelten zudem Werbebeschränkungen.