Bei einer Ernährungsanalyse wird erfasst und bewertet, was, wie viel und wann eine Person isst und trinkt. Sie soll zeigen, ob jemand ausreichend Nährstoffe aufnimmt, und ist die Grundlage für einen persönlichen Ernährungsplan.
Was ist eine Ernährungsanalyse?
Fachleute verwenden dafür eher Begriffe wie Ernährungsdiagnostik oder Erhebung des Ernährungszustands. Im österreichischen MTD-Gesetz steht dieses sogenannte Assessment am Anfang des diätologischen Prozesses, es folgen Diagnose, Zielsetzung, Planung, Durchführung und Evaluierung. Diätolog:innen stützen sich dabei auf Gespräche, Ernährungsprotokolle und medizinische Befunde. Auch Lebenssituation und persönliche Ziele fließen ein.
Ärzt:innen fragen nach den Essgewohnheiten und untersuchen zusätzlich den Körper. Dazu gehören Größe, Gewicht und Body-Mass-Index (BMI), manchmal auch der Taillenumfang oder Nährstoffwerte im Blut.
Wie wird erfasst, was jemand isst?
Zu den gängigen Methoden zählt das Ernährungsprotokoll, auch Ernährungstagebuch genannt. Darin wird eine Zeit lang notiert, was, wie viel, wann und warum gegessen wurde. So lässt sich etwa erkennen, ob jemand bei Stress oder Langeweile zu Schokolade greift. Beim 24-Stunden-Erinnerungsprotokoll fragt eine geschulte Fachperson ab, was am Vortag gegessen wurde. Häufigkeitsfragebögen erfassen dagegen, wie oft bestimmte Lebensmittel über Monate oder ein Jahr verzehrt wurden.
Aus den Angaben wird mithilfe von Nährwerttabellen berechnet, wie viel Energie und welche Nährstoffe aufgenommen wurden. Apps und andere digitale Hilfen können das Aufschreiben erleichtern.
Wo liegen die Grenzen?
Angaben über das eigene Essen sind nie ganz genau. In einer US-Studie mit über 1.000 Erwachsenen zwischen 50 und 74 Jahren unterschätzten alle Methoden die aufgenommene Energie, je nach Methode um 15 bis 34 Prozent, am stärksten Häufigkeitsfragebögen. In einer deutschen Studie gaben Befragte im Interview über ihre üblichen Essgewohnheiten deutlich mehr Obst und Gemüse an als in Protokollen.
Schon das Aufschreiben kann das Essverhalten verändern. Ein einzelner Tag sagt zudem wenig über die übliche Ernährung aus, deshalb braucht es mehrere Erhebungstage. Wer solche Analysen fachlich durchführt, beschreibt der Beitrag Ernährungsberatung.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.