Was ist eine Bauchstraffung?
Eine Bauchstraffung ist eine Operation, die die Form des Bauches verändert. Dabei werden lockere Haut, Fett und Dehnungsstreifen entfernt, je nach Variante werden auch die Bauchmuskeln gestrafft. Ziel ist es, Hautüberschuss zu entfernen, der sich durch Training nicht zurückbildet. Als wichtigste Anlässe nennt die Fachliteratur Gewichtsabnahme, frühere Schwangerschaften und das Älterwerden. Der Fachbegriff leitet sich vom lateinischen „abdomen“ für den Bauch ab.
Woher kommt die Bauchstraffung?
Haut und Fett am Bauch wurden schon im frühen 19. Jahrhundert entfernt, damals vor allem, um Wunden zu verschließen. Die erste dokumentierte Entfernung einer Bauchfettschürze nahmen Demars und Marx 1890 in Frankreich vor. In den USA berichteten Kelly und ein Team von Gynäkologen 1899 über erste kosmetische Bauchstraffungen. 1924 folgte ein Eingriff, der als erste Bauchstraffung mit Erhalt des Nabels gilt.
Für wen kommt sie infrage?
Der britische Gesundheitsdienst NHS empfiehlt den Eingriff in der Regel nur Menschen mit gesundem Körpergewicht. Bei Übergewicht rät er zuerst zum Abnehmen. Nach einer großen Gewichtsabnahme kann überschüssige Haut am Bauch Hautentzündungen, Probleme bei der Körperpflege und Infektionen begünstigen.
Weichen die geraden Bauchmuskeln auseinander, spricht man von einer Rektusdiastase. Laut österreichischem Gesundheitsportal kommen zunächst Bauchmuskeltraining, Gewichtsabnahme bei Übergewicht oder ein Korsett infrage. Operiert wird nur bei Schmerzen, Komplikationen oder starkem Leidensdruck.
Wie läuft eine Bauchstraffung ab?
Die Bauchstraffung findet meist in Vollnarkose statt. Bei der vollständigen Variante wird quer über den Unterbauch von Hüfte zu Hüfte knapp oberhalb des Schambereichs geschnitten. Der Nabel wird gelöst, die Haut von der Bauchwand abgehoben, die Bauchmuskeln werden neu ausgerichtet. Dann werden Haut und Fett entfernt und der Nabel an neuer Stelle eingenäht. Bei der Teilvariante wird nur die Haut unterhalb des Nabels gelöst, dann werden Fett und Haut entfernt und die restliche Haut vernäht.
Der Eingriff dauert laut NHS zwei bis fünf Stunden, meist folgen einige Nächte im Spital. Für etwa sechs Wochen wird ein Kompressionsmieder getragen. Mit vier bis sechs Wochen Pause von Arbeit und Sport ist zu rechnen.
Welche Risiken hat eine Bauchstraffung?
Nach der Operation bleibt eine Narbe quer über den Unterbauch, bei der vollständigen Variante auch rund um den Nabel. Die Narben können anfangs erhaben und gerötet sein und sollten über 12 bis 18 Monate verblassen. Häufig sind Schmerzen, Blutergüsse, eine Taubheit am Bauch über Monate bis Jahre und anfangs Schwierigkeiten, aufrecht zu stehen.
Gelegentlich kommt es zu dicken Narben, Hautwülsten am Narbenende, Wundheilungsstörungen sowie Flüssigkeits- oder Blutansammlungen unter der Haut. Auch Taubheit oder Schmerzen bis ins Bein und Atemprobleme sind möglich. Wie bei jeder Operation bestehen Risiken für Blutungen, Blutgerinnsel in den Venen, Infektionen und sehr selten eine allergische Reaktion auf die Narkose. Laut MSD Manual sollen Rauchende vor Eingriffen am Bauch möglichst früh, mehrere Wochen vorher, mit dem Rauchen aufhören.
Was gilt in Österreich?
Das Gesetz über ästhetische Behandlungen und Operationen (ÄsthOpG) nennt die Bauchstraffung ausdrücklich als ästhetische Operation. Durchführen dürfen sie Fachärzt:innen für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie und weitere dafür berechtigte Ärzt:innen. Vorgeschrieben sind eine ausführliche Aufklärung über Risiken und Kosten und mindestens zwei Wochen zwischen Aufklärung und Einwilligung. Ohne medizinischen Grund ist der Eingriff unter 16 Jahren verboten, für 16- bis 18-Jährige gelten zusätzliche Schutzregeln. Die Kosten einer ästhetischen Bauchstraffung trägt die soziale Krankenversicherung nicht.
Medizinisch begründet sein kann laut Gesetzeserläuterungen die Entfernung einer Bauchfettschürze, die erhebliche mechanische Beschwerden verursacht. Ob die Krankenkasse zahlt, prüft sie nach eigenen Kriterien, in der Regel vorab.