Achtsames Schreiben verbindet Achtsamkeit mit dem Schreiben: Die Aufmerksamkeit liegt beim gegenwärtigen Moment, und Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen werden möglichst ohne Bewertung wahrgenommen. Ein fest umrissenes Verfahren mit eigener Studienlage ist es nicht.
Was ist achtsames Schreiben?
Achtsames Schreiben überträgt die Haltung der Achtsamkeit auf das Schreiben. Achtsamkeit bedeutet laut Gesundheitsportal, die Aufmerksamkeit bewusst auf den gegenwärtigen Moment zu richten und das Wahrgenommene vorerst möglichst nicht zu bewerten. Die Englischprofessorin Alexandria Peary beschreibt einen achtsamkeitsbasierten Zugang zum Schreiben und zum Schreibunterricht. Er lenkt den Blick auf das innere Selbstgespräch, auf den K örper und auf Gefühle beim Schreiben. Dazu gehören Übungen wie das Schreiben über den gegenwärtigen Moment oder Atemübungen.
Ein Ziel kann sein, Texte entstehen zu lassen, ohne dass der innere Kritiker sie gleich zensiert. Im Alltag nennt das Gesundheitsportal das Tagebuchschreiben als eine Möglichkeit, Achtsamkeit zu üben. Die Österreichische Gesundheitskasse bietet dafür ein Tagebuch mit dem Titel „Momente für mich“ an.
Was weiß man über die Wirkung?
Zum achtsamen Schreiben selbst gibt es kaum Studien. Untersucht ist vor allem das verwandte expressive Schreiben, das die Forschungsgruppe um J. W. Pennebaker ab den 1980er-Jahren systematisch untersuchte. Dabei schreiben Menschen meist an drei bis vier Terminen je 15 bis 20 Minuten über ihre tiefsten Gedanken und Gefühle zu einem belastenden Erlebnis. Eine Metaanalyse von 2006 fand für das expressive Schreiben keine nennenswerte Wirkung auf die Gesundheit. Bei Traumafolgen fand eine Übersicht von 2022 Hinweise, dass Schreibbehandlungen Beschwerden lindern können, die Studien hatten aber Schwächen. Eine Übersicht von 2022 zum Tagebuchschreiben bei psychischen Erkrankungen sah einen kleinen bis mittleren Nutzen, die Studien waren aber sehr unterschiedlich und hatten methodische Schwächen.
Wo liegen die Grenzen?
Bei psychischen Erkrankungen sollten Achtsamkeitstechniken laut Gesundheitsportal nur mit klinisch-psychologischer oder psychotherapeutischer Begleitung eingesetzt werden. Wer über schwer belastende Erlebnisse schreiben möchte, sollte zudem wissen, dass eine zu frühe Auseinandersetzung mit einem Trauma die Beschwerden laut IQWiG auch verstärken kann.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.
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