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Vorhofflimmern

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Auf den Punkt gebracht

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen: Die Vorhöfe des Herzens zittern unkoordiniert, und das Herz schlägt unregelmäßig und oft zu schnell. Es ist meist nicht unmittelbar lebensbedrohlich, erhöht auf Dauer aber das Risiko für Schlaganfälle und Herzschwäche. Mit passender Behandlung können die meisten Betroffenen ein normales Leben führen.

Was ist Vorhofflimmern?

Normalerweise beginnt jeder Herzschlag mit einem elektrischen Impuls im Sinusknoten im rechten Vorhof, der sich wie eine Welle über die Vorhöfe ausbreitet. Beim Vorhofflimmern breiten sich die Impulse ungeordnet aus, oft mit mehr als 300 Erregungen pro Minute. Die Vorhöfe ziehen sich dann nicht mehr richtig zusammen, sondern flimmern. Die Herzkammern pumpen zwar weiter, aber weniger und unregelmäßiger.

Schätzungen zufolge sind etwa 2 von 100 Menschen betroffen, bei über 65-Jährigen etwa 8 von 100. Vorhofflimmern beginnt typischerweise mit seltenen, kurzen Episoden und kann mit der Zeit länger anhalten. Je nach Dauer unterscheiden Fachleute ein anfallsartiges Vorhofflimmern, das meist innerhalb von 48 Stunden von selbst endet, von länger anhaltenden und dauerhaften Formen. Alle Formen erhöhen das Schlaganfallrisiko.

Woran erkennt man Vorhofflimmern?

Das häufigste Anzeichen ist Herzklopfen, das in der Brust oder im Hals spürbar ist. Das Herz schlägt dann unregelmäßig und oft 120- bis 160-mal pro Minute. Möglich sind auch Schwächegefühl, rasche Erschöpfung, ein Engegefühl in der Brust, Benommenheit und Schwindel. Mehr als die Hälfte der Betroffenen bemerkt das Vorhofflimmern zumindest anfangs gar nicht, manchmal fällt es zufällig bei einem EKG auf.

Mit einem EKG lässt sich Vorhofflimmern zuverlässig feststellen, bei Bedarf auch als Langzeit-EKG. Blutuntersuchungen, etwa der Schilddrüsenwerte, und ein Herzultraschall helfen, Ursachen zu finden und die Behandlung zu planen.

Wie entsteht Vorhofflimmern?

Meist steckt eine andere Herz-Kreislauf-Erkrankung dahinter, etwa Bluthochdruck, eine koronare Herzkrankheit, ein Herzinfarkt oder eine Herzschwäche. Manchmal liegt eine behandelbare Ursache vor, zum Beispiel eine undichte Herzklappe oder eine Schilddrüsenüberfunktion.

Das Risiko steigt vor allem mit dem Alter. Beeinflussen lassen sich Risikofaktoren wie viel Alkohol, Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, starkes Übergewicht und nächtliche Atemaussetzer. Wer weitgehend auf Alkohol verzichtet, hat nachweislich seltener Episoden, und in einer Studie senkte auch eine Gewichtsabnahme die Zahl der Episoden.

Warum steigt das Schlaganfallrisiko?

Weil die Vorhöfe nicht mehr richtig pumpen, fließt das Blut dort langsamer und bildet leichter Gerinnsel. Wird ein Gerinnsel ins Gehirn geschwemmt, kann es ein Gefäß verschließen und einen Schlaganfall auslösen.

Typische Warnzeichen eines Schlaganfalls sind eine plötzliche Lähmung oder Taubheit auf einer Körperseite und ein herabhängender Mundwinkel. Auch Sprach- oder Sehstörungen, plötzlicher Drehschwindel und schlagartig einsetzende, sehr starke Kopfschmerzen können auftreten. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall muss sofort die Rettung unter 144 verständigt werden, auch wenn die Beschwerden wieder nachlassen.

Wie wird Vorhofflimmern behandelt?

Die Behandlung hat zwei Ziele: Beschwerden lindern und Schlaganfällen vorbeugen. Oft reicht es, den schnellen Puls mit Medikamenten zu senken. Genügt das nicht, wird versucht, den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen, meist mit gezielten elektrischen Impulsen. Medikamente oder eine Katheterablation, bei der ein bestimmter Bereich des Herzgewebes gezielt zerstört wird, können Rückfälle seltener machen.

Den meisten Betroffenen werden gerinnungshemmende Medikamente empfohlen, die das Schlaganfallrisiko sehr wirksam senken. Sie erhöhen aber das Blutungsrisiko, deshalb werden Nutzen und Risiken gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt abgewogen. Starkes, anhaltendes Nasenbluten, roter Urin oder schwarzer Stuhl sind dann ein Grund für ärztlichen Rat. Vor Operationen oder Zahnbehandlungen sollte das Behandlungsteam von der Einnahme wissen.

Wie lässt sich mit Vorhofflimmern leben?

Das spürbar unregelmäßige Herz beunruhigt viele Menschen, und die Diagnose ist zunächst oft ein Schreck. Die Beschwerden lassen sich aber meist gut in den Griff bekommen, und Schulungen helfen beim Umgang mit Erkrankung und Medikamenten. Gegen Bewegung spricht medizinisch nichts, moderater Sport kann die Fitness sogar verbessern. Wer Gerinnungshemmer nimmt, wählt besser eine Sportart mit geringem Verletzungsrisiko, weil Verletzungen dann stärker bluten können. Welche Sportart passt, lässt sich ärztlich besprechen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (10)