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Nieren- und Harnleitersteine

05:12

Auf den Punkt gebracht

Nieren- und Harnleitersteine sind feste Ablagerungen, die entstehen, wenn im Harn gelöste Stoffe auskristallisieren. Kleine Steine bleiben oft unbemerkt und gehen von selbst ab, größere können auf dem Weg durch den Harnleiter heftige, wellenartige Schmerzen auslösen, die Nierenkolik. Je nach Größe und Lage wird abgewartet, das Ausscheiden mit Medikamenten unterstützt oder der Stein zertrümmert beziehungsweise entfernt.

Was sind Nieren- und Harnleitersteine?

Nierensteine bilden sich im Nierenbecken, wo der Harn aus der Niere gesammelt wird. Wandern sie in den Harnleiter, der zur Harnblase führt, spricht man von Harnleitersteinen. Fachsprachlich heißen Nierensteine Nephrolithiasis und Harnleitersteine Ureterolithiasis. Die Bezeichnungen Harnsteine und Urolithiasis fassen Steine in den Harnwegen zusammen, werden aber unterschiedlich weit gefasst.

Die meisten Steine bestehen aus kalziumhaltigen Salzen. Seltener sind Steine aus Harnsäure oder aus dem Mineral Struvit. Struvitsteine heißen auch Infektsteine, weil sie mit Harnwegsinfektionen zusammenhängen. Sehr selten sind Cystinsteine bei einer angeborenen Stoffwechselerkrankung.

Steine in den Harnwegen sind weit verbreitet. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, die meisten Steine treten zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf. Bei bis zur Hälfte der Behandelten bilden sich innerhalb von fünf Jahren erneut Steine.

Wie entstehen Nieren- und Harnleitersteine?

Normalerweise sind die steinbildenden Stoffe im Harn gelöst. Steigt ihre Konzentration oder fehlen schützende Substanzen wie Citrat, können sich Kristalle und daraus Steine bilden.

Zu wenig zu trinken begünstigt die Steinbildung ebenso wie viel Eiweiß, Fleisch, Salz, Alkohol oder Zucker. Weitere Risikofaktoren sind eine familiäre Veranlagung, Gicht, eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen, Diabetes, chronische Darmerkrankungen, Übergewicht und Harnwegsinfektionen. Manche Medikamente und anatomische Besonderheiten der Nieren, etwa eine Hufeisenniere, können ebenfalls beitragen.

Woran erkennt man Nieren- und Harnleitersteine?

Viele Steine verursachen keine Beschwerden und werden nur zufällig bei einem Ultraschall oder Röntgen entdeckt. Spürbar wird ein Stein meist erst, wenn er das Nierenbecken blockiert oder durch den Harnleiter wandert. An dessen natürlichen Engstellen staut sich der Harn, und es kommt zur Kolik.

Typisch sind plötzliche, heftige Schmerzen in der Seite, die in Wellen stärker und schwächer werden. Sie können in Unterbauch, Leiste oder Genitalien ausstrahlen und dauern oft 20 bis 60 Minuten. Viele Betroffene sind unruhig und winden sich auf der Suche nach einer Haltung, in der der Schmerz nachlässt. Häufig kommen Übelkeit, Erbrechen und Schweißausbrüche hinzu, ebenso Blut im Harn, Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang. Das Wort Kolik stammt über das Lateinische vom griechischen Wort für Schmerzen am Darm (Kolon).

Wie werden Steine abgeklärt und behandelt?

Nach Gespräch und körperlicher Untersuchung folgen Harn- und Blutuntersuchungen sowie meist ein Ultraschall, bei Bedarf eine Computertomografie. Dabei werden auch andere Ursachen starker Bauchschmerzen ausgeschlossen, etwa eine Blinddarmentzündung. Abgegangene Steine werden aufgefangen und im Labor untersucht, weil ihre Zusammensetzung die Vorbeugung bestimmt.

Gegen die Schmerzen helfen entzündungshemmende und andere Schmerzmittel, bei sehr starken Schmerzen auch Opioide. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist bei manchen dieser Mittel Vorsicht geboten. Steine unter fünf Millimetern gehen meist von selbst ab, oft innerhalb von ein bis zwei Wochen. Bei Harnleitersteinen zwischen fünf und zehn Millimetern können muskelentspannende Alphablocker das Ausscheiden unterstützen.

Geht ein Stein innerhalb von vier Wochen nicht ab oder ist er größer als etwa zehn Millimeter, wird er meist entfernt. Möglich sind eine Zertrümmerung mit Stoßwellen von außen, eine Spiegelung über Harnröhre und Blase, oft mit Laser, oder ein kleiner Eingriff über den Rücken. Zur Vorbeugung neuer Steine raten Fachleute, viel zu trinken und je nach Steinart die Ernährung anzupassen. Bei wiederholten Steinen klären Urolog:innen oder Nephrolog:innen die Ursache genauer ab.

Wann ist rasch ärztliche Hilfe nötig?

Eine Kolik sollte rasch ärztlich abgeklärt werden. Kommen Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen im unteren Rücken oder Erbrechen hinzu, kann sich im gestauten Harn eine Infektion entwickelt haben, dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig. Daraus kann eine Urosepsis werden, eine Art Blutvergiftung, die lebensbedrohlich sein kann und sofort im Krankenhaus behandelt werden muss. Im Notfall ist die Rettung unter 144 erreichbar.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (6)