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Lomi-lomi-Nui-Massage

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Auf den Punkt gebracht

Die Lomi-lomi-Nui-Massage beruft sich auf Lomilomi, die traditionelle Massage der Native Hawaiians, also der indigenen Bevölkerung Hawaiis. Beschrieben werden knetende Bewegungen mit beiden Unterarmen im Wechsel sowie sanfte Massage, verbunden mit passiven Bewegungen. Zur Wirkung gibt es bisher kaum Forschung.

Was ist Lomilomi?

Lomilomi ist eine überlieferte Heilpraxis aus Hawaii und gilt dort als traditionelle therapeutische Massage. Vor der Einführung der westlichen Medizin war sie neben der Pflanzenheilkunde eine Form des Heilens. Beide Praktiken verbinden laut einer Fachpublikation eine spirituelle, eine psychische und eine körperliche Seite.

Dahinter steht der hawaiianische Wert „lōkahi“, die Harmonie. Sie ist erreicht, wenn Körper, Geist und Seele im Gleichgewicht sind. Dazu zählen auch gute Beziehungen zu anderen Menschen, zur Familie, zu den Göttern und zur Umwelt.

Was bedeutet der Name?

Das hawaiianische Wort „lomi“ bedeutet reiben, drücken, kneten und massieren. „Lomilomi“ ist die verdoppelte Form. Ein Wörterbuch von 1865 beschreibt damit das Reiben und Drücken der Glieder von Menschen, die erschöpft sind oder Schmerzen haben, um den Schmerz zu lindern. Der Zusatz „nui“ bedeutet unter anderem „groß“ oder „bedeutend“.

Woher kommt Lomilomi?

Lomilomi stammt aus der Kultur der Native Hawaiians und wurde auch innerhalb von Familien weitergegeben. Die Regierung des damaligen US-Territoriums Hawaii verbot 1905 die traditionellen Heilpraktiken und ihre Heiler:innen, bei Strafen bis zur Haft. Heute erleben diese Praktiken wieder einen Aufschwung.

Ein Beispiel dafür ist ein Programm in Papakolea, einer hawaiianischen Siedlung in Honolulu. Ab 1998 wurden dort Menschen aus der Gemeinschaft in einer familiär überlieferten Lomilomi-Form ausgebildet. Auf die Ausbildung folgt eine fünfjährige Lehrzeit. Gelehrt wurden zusammen mit der Massage auch Pflanzenheilkunde und Ho'oponopono, ein Verfahren zur Konfliktlösung.

Wie läuft eine Lomilomi-Massage ab?

Eine Fachpublikation beschreibt Lomilomi als Massage, bei der die behandelnde Person die Rückseite beider Unterarme im Wechsel knetend einsetzt. Eine andere sieht das Besondere in der Verbindung von sanfter Massage mit passiven Bewegungen. Passiv heißt, dass die behandelnde Person die Bewegung ausführt und die massierte Person sie geschehen lässt.

Was sagt die Forschung?

Gesicherte Erkenntnisse zur Wirkung fehlen. Eine Fachpublikation von 2009 leitet aus Lomilomi das Konzept „Massage mit Bewegung“ ab. Sie stellt aber nur eine Vermutung auf, die erst in Studien überprüft werden müsste. In einer Befragung an einer Universität in Hawaii hatten 14 Prozent der Sportler:innen im vergangenen Jahr Lomilomi erhalten.

Wo liegen die Grenzen?

Auch traditionelle Heilkundige sehen Grenzen. Im Programm in Papakolea rieten die Heilkundigen bei manchen Beschwerden, ärztliche Hilfe zu suchen, und arbeiteten später wöchentlich mit Ärzt:innen zusammen. Für Massagen allgemein gilt, keinen direkten Druck auf Knochen mit Osteoporose oder Krebsabsiedelungen auszuüben. Bei erhöhter Blutungsneigung können Massagen Blutergüsse und Blutungen auslösen.

In Österreich ist Massage zur Steigerung des Wohlbefindens ein Gewerbe, gewerbliche Masseur:innen arbeiten nicht zu therapeutischen Zwecken. Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (9)