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Inkongruenz

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Auf den Punkt gebracht

Inkongruenz bedeutet allgemein „fehlende Übereinstimmung“. In der Psychotherapie nach Carl Rogers bezeichnet der Begriff eine Kluft zwischen dem, was ein Mensch tatsächlich erlebt, und dem Bild, das er von sich selbst hat. Rogers verband diesen Zustand mit Verletzlichkeit oder Angst.

Woher kommt das Wort?

Das Wort geht auf das lateinische congruere zurück, das „übereinstimmen“ oder „zusammentreffen“ bedeutet. Kongruenz heißt demnach Übereinstimmung, Inkongruenz ihr Fehlen. Im Deutschen sind beide Wörter seit dem 18. Jahrhundert belegt, auch in der Mathematik.

Was meinte Carl Rogers mit Inkongruenz?

Rogers beschrieb Inkongruenz als Widerspruch zwischen dem tatsächlichen Erleben eines Menschen und seinem Selbstbild. Ein Beispiel: Jemand ärgert sich in einer Besprechung, nimmt den eigenen Ärger aber nicht wahr, obwohl ihn alle anderen bemerken.

Entstehen kann Inkongruenz schon in der Kindheit. Erfährt ein Kind Zuwendung nur unter Bedingungen, beginnt es, Erfahrungen auszublenden, die nicht dazu passen. Rogers sah Inkongruenz außerdem dort, wo das tatsächliche Selbst weit hinter dem Ideal zurückbleibt, das ein Mensch von sich hat. Wird jemandem die eigene Inkongruenz bewusst, entsteht Angst, und manche suchen deshalb Hilfe.

Welche Rolle spielt Inkongruenz in der Psychotherapie?

In Rogers' bekanntem Aufsatz von 1957 über die notwendigen und hinreichenden Bedingungen für Persönlichkeitsveränderung in der Therapie befindet sich die Klient:in in einem Zustand der Inkongruenz. Die Therapeut:in dagegen soll in der Beziehung kongruent sein, also echt und im Einklang mit dem eigenen Erleben. In einer Atmosphäre von Wertschätzung und Einfühlung können sich Klient:innen dann angstfrei ihren inneren Widersprüchen zuwenden. Mehr dazu steht im Glossarbegriff „Personzentrierte Psychotherapie“.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (5)