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Hodenhochstand

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Auf den Punkt gebracht

Bei einem Hodenhochstand liegt ein Hoden oder liegen beide Hoden nicht im Hodensack, sondern im Leistenkanal oder im Bauchraum. Ein Teil der betroffenen Hoden wandert in den ersten Lebensmonaten noch von selbst nach unten. Geschieht das nicht, wird der Hoden in einer Operation in den Hodensack verlagert, möglichst noch im ersten Lebensjahr.

Was ist ein Hodenhochstand?

Ein Hodenhochstand ist eine angeborene Fehllage des Hodens. Während der Entwicklung im Mutterleib liegen die Hoden zunächst im Bauchraum. Normalerweise wandern sie vor der Geburt, meist im letzten Schwangerschaftsdrittel, durch den Leistenkanal in den Hodensack. Bleibt ein Hoden auf diesem Weg stecken, spricht man von einem Hodenhochstand.

Fachleute nennen ihn Kryptorchismus oder Maldescensus testis. Das Wort Kryptorchismus verbindet laut Duden „krypto-“ für verborgen (griechisch kryptós) mit „Orchis“ für Hoden.

Laut MSD Manual haben etwa 3 von 100 reif geborenen Buben bei der Geburt einen Hodenhochstand, bei Frühgeborenen rund 30 von 100. Meist ist nur ein Hoden betroffen. Gibt es in der Familie weitere Fälle, ist das Risiko höher.

Davon zu unterscheiden ist der Pendelhoden. Er liegt im Hodensack, zieht sich aber etwa bei Berührung, Temperaturwechsel, Angst oder Lachen reflexartig in den Leistenkanal zurück. Das ist bei Säuglingen und Kindern häufig und braucht keine Behandlung, die Lage wird aber bei den Vorsorgeuntersuchungen bis zur Pubertät weiter kontrolliert.

Woran erkennt man einen Hodenhochstand?

Ein Hodenhochstand verursacht selten Beschwerden. Meist fällt auf, dass der Hodensack auf einer Seite leer ist. Ärzt:innen tasten die Hoden deshalb bei der Geburt und bei den Vorsorgeuntersuchungen ab. Die meisten Fälle werden im Säuglings- oder Kleinkindalter erkannt, manche erst später in der Kindheit, oft nach einem Wachstumsschub.

Für die Diagnose reicht in der Regel die Untersuchung mit den Händen. Sind bei einem Neugeborenen beide Hoden nicht tastbar, folgen Blut- und weitere Untersuchungen, um eine Störung der Geschlechtsentwicklung auszuschließen.

Warum wird ein Hodenhochstand behandelt?

Ein Hoden außerhalb des Hodensacks kann auf Dauer die Samenproduktion beeinträchtigen und zu verminderter Fruchtbarkeit führen. Außerdem ist das Risiko für Hodenkrebs erhöht. Laut Gesundheitsportal bleibt es auch nach einer Behandlung erhöht. Das MSD Manual rät deshalb, dass Burschen nach der Pubertät jeden Monat ihre Hoden selbst abtasten. Häufig besteht gleichzeitig ein Leistenbruch.

Wie wird ein Hodenhochstand behandelt?

Ein Teil der Hoden findet den Weg noch von selbst. Laut MSD Manual wandern bei reif geborenen Säuglingen etwa zwei Drittel der hochstehenden Hoden bis zum vierten Lebensmonat von selbst nach unten. Bei Hoden im Bauchraum ist das seltener.

Liegt der Hoden nach etwa sechs Monaten noch nicht im Hodensack, soll laut europäischer Leitlinie die Behandlung beginnen. Sie soll bis zum ersten Geburtstag, spätestens aber mit 18 Monaten abgeschlossen sein. Das MSD Manual nennt denselben Beginn: eine Operation nach etwa sechs Monaten, bei Frühgeborenen nach etwa einem Jahr. Früh zu operieren soll Fruchtbarkeit erhalten und das Krebsrisiko senken.

Bei der Operation, der Orchidopexie, wird der Hoden in den Hodensack verlagert und dort befestigt. Je nach Lage geschieht das über einen kleinen Schnitt oder per Bauchspiegelung. Ein Leistenbruch wird dabei mitversorgt. Eine Behandlung mit Hormonen allein hat laut europäischer Leitlinie nur geringe Erfolgsaussichten und wird nur in bestimmten Fällen erwogen. Auch nach erfolgreicher Operation lassen sich spätere Folgen für Fruchtbarkeit und Krebsrisiko nicht in jedem Fall verhindern.

Wann ist sofort ärztliche Hilfe nötig?

Plötzlich einsetzende, starke Schmerzen im Hoden können bei Kindern und Jugendlichen auf einen Notfall hinweisen. Dahinter kann eine Hodentorsion stecken, bei der sich der Hoden samt Samenstrang verdreht und die Blutversorgung abgeschnürt wird. Auch ein hochstehender Hoden kann sich verdrehen. Die Schmerzen können in den Unterbauch ausstrahlen, oft kommen Schwellung, Übelkeit und Erbrechen hinzu.

Um bleibende Schäden zu vermeiden, muss der Hoden laut Gesundheitsportal innerhalb von vier bis sechs Stunden operiert werden. Bessern sich solche Schmerzen nicht nach wenigen Minuten, ist sofort ein Spital aufzusuchen oder die Rettung unter 144 zu rufen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (10)