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Entfremdung

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Auf den Punkt gebracht

Entfremdung bedeutet, dass eine vertraute Verbindung verloren geht und an ihre Stelle ein Gefühl von Fremdheit tritt. Das kann die Beziehung zu anderen Menschen betreffen, zur eigenen Arbeit, zur Gesellschaft oder zu sich selbst. Der Begriff hat eine lange Geschichte in der Philosophie und wird auch in Psychologie und Medizin verwendet.

Was bedeutet Entfremdung?

Im allgemeinen Sprachgebrauch beschreibt Entfremdung den Übergang von einer Beziehung voller Vertrauen und Verbundenheit zu einem Gefühl des Fremdseins und Nichtverstehens. Gemeint sein können zwei Menschen, aber auch das Verhältnis zur eigenen Tätigkeit, zur Gesellschaft oder zur Umwelt. Das Wort ist seit dem 15. Jahrhundert belegt und bezeichnete damals die Abkühlung oder Lösung einer Beziehung.

Was meint die Philosophie damit?

In der Philosophie steht Entfremdung für eine problematische Trennung zwischen einem Selbst und etwas, das eigentlich zu ihm gehört. Als vielleicht erste gründliche Auseinandersetzung damit gilt die des Philosophen Jean-Jacques Rousseau (1712–1778). Besonders eng verbunden ist der Begriff mit den Denktraditionen von Hegel und Marx.

Marx sah die Arbeit im Kapitalismus als entfremdet an, etwa weil sie erzwungen ist und Menschen sich darin nicht selbst verwirklichen können. Entfremdung kann außerdem ein inneres Erleben sein, zum Beispiel wenn das eigene Leben sinnlos erscheint oder man sich in der Welt nicht zu Hause fühlt.

Wo begegnet Entfremdung in Psychologie und Medizin?

Beim Burnout gilt die Entfremdung von der eigenen Tätigkeit als eines von drei typischen Merkmalen. Betroffene erleben ihre Tätigkeit zunehmend als belastend und können gegenüber Aufgaben abstumpfen. Die WHO spricht von wachsender innerer Distanz zum Job und negativen oder zynischen Gefühlen ihm gegenüber.

Auch bei einer Depersonalisation oder Derealisation ist von Entfremdung die Rede. Laut der in Österreich verwendeten ICD-10 klagen Betroffene dabei häufig über den Verlust von Gefühlen und über eine Entfremdung vom eigenen Denken, vom Körper oder von der Umgebung.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (5)