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Brustverkleinerung

04:30

Auf den Punkt gebracht

Bei einer Brustverkleinerung entfernen Chirurg:innen Drüsengewebe, Fett und Haut, um die Brust zu verkleinern. Sie kann bei sehr großen Brüsten in Frage kommen, die Schmerzen, Hautprobleme oder Einschränkungen im Alltag verursachen. Ohne medizinischen Grund gilt der Eingriff in Österreich als ästhetische Operation.

Was ist eine Brustverkleinerung?

Eine Brustverkleinerung ist eine Operation, bei der ein Teil des Brustgewebes samt Fett und Haut entfernt wird. Brustwarze und Warzenhof werden dabei in der Regel höher gesetzt, der Warzenhof wird oft verkleinert. Der Fachbegriff Mammareduktion verbindet das lateinische „mamma“ für die Brust mit „reductio“, der Zurückführung auf ein geringeres Maß.

Wann kommt sie in Frage?

Eine Brustverkleinerung kann bei sehr großen Brüsten empfohlen werden, wenn diese dauerhaft Beschwerden machen. Dazu zählen Kopf-, Nacken- oder Schulterschmerzen und Taubheit oder Kribbeln in Armen und Händen durch eine ungünstige Haltung. Gründe können auch wiederkehrende Hautausschläge unter der Brust, bleibende Einschnürungen durch BH-Träger oder starke Einschränkungen beim Sport sein.

Nicht immer ist eine Operation der erste Schritt. Manchen Frauen können Übungen, die Rücken- und Schultermuskeln stärken, ein gut stützender BH oder eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht helfen.

Wie läuft der Eingriff ab?

Die Operation erfolgt in Vollnarkose und dauert etwa zwei bis fünf Stunden. Häufig werden drei Schnitte gesetzt: rund um den Warzenhof, von dort senkrecht nach unten und entlang der Unterbrustfalte. Danach wird die Brust neu geformt und vernäht, manchmal wird zusätzlich Fett abgesaugt.

Nach der Operation tragen Patientinnen einige Wochen einen Verband oder einen speziellen BH. Werden Drainageschläuche gelegt, werden sie nach wenigen Tagen entfernt. Die Schmerzen lassen meist innerhalb einiger Wochen nach. Das Gefühl in Haut und Brustwarzen kann vorübergehend vermindert sein und nach und nach zurückkehren. Rauchen verlangsamt die Heilung und erhöht das Risiko für Komplikationen, deshalb wird geraten, vorher weniger oder gar nicht zu rauchen.

Welche Risiken gibt es?

Neben allgemeinen Operationsrisiken wie Blutungen, Blutgerinnseln, Infektionen und Reaktionen auf Medikamente gibt es eingriffstypische Folgen. Stillen kann danach schwierig oder unmöglich sein. Möglich sind außerdem große Narben oder Wunden, die langsam heilen, ein Verlust des Gefühls im Bereich der Brustwarzen und ungleich hohe Brustwarzen oder unterschiedlich große Brüste. Die Narben bleiben dauerhaft, im ersten Jahr sind sie deutlicher sichtbar und verblassen danach.

Und bei Männern?

Bei Männern heißt eine gutartige Vergrößerung der Brustdrüse Gynäkomastie. Sie geht etwa in der Pubertät meist von selbst zurück, kann aber auch durch Hormonstörungen, andere Erkrankungen oder Medikamente entstehen. Selten steckt Brustkrebs dahinter, deshalb sollten vor allem rasches Wachstum, starke Schmerzen, einseitige Veränderungen oder harte Knoten ärztlich abgeklärt werden. Bei einer länger bestehenden, stark ausgeprägten Gynäkomastie kann plastische Chirurgie Binde- und Fettgewebe entfernen.

Was gilt in Österreich?

Das Gesetz über ästhetische Behandlungen und Operationen (ÄsthOpG) nennt die Brustverkleinerung ausdrücklich als ästhetische Operation. Stellt eine Ärztin oder ein Arzt jedoch eine medizinische Indikation fest, gelten die allgemeinen Regeln für Behandlungen im Krankheitsfall.

Ohne medizinischen Grund gelten die besonderen Regeln des ÄsthOpG. Operieren dürfen nur Fachärzt:innen für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie oder andere dafür berechtigte Ärzt:innen. Die Aufklärung erfolgt mündlich und schriftlich, zwischen Aufklärung und Einwilligung müssen mindestens zwei Wochen liegen. Unter 16 Jahren ist der Eingriff verboten. Die Kosten, auch für mögliche Komplikationen, zahlen Patient:innen in diesem Fall selbst.

Notwendige und zweckmäßige Behandlungen übernimmt dagegen die gesetzliche Krankenversicherung. Ob das im Einzelfall zutrifft, lässt sich vor der Operation mit dem Sozialversicherungsträger klären.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (6)