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Bhakti

02:21

Auf den Punkt gebracht

Bhakti ist ein Sanskrit-Wort für Hingabe und liebende Verehrung. Im Hinduismus bezeichnet es eine religiöse Haltung, in der die innige Hinwendung zu einer Gottheit im Mittelpunkt steht. Als Bhakti Yoga gilt der Weg der Hingabe als einer der klassischen Wege des Yoga.

Was bedeutet Bhakti?

Das Wort bhakti bedeutet laut dem Wörterbuch von Monier-Williams ursprünglich Teilung und Anteil. Im religiösen Sinn steht es für Anhänglichkeit und Hingabe, für Vertrauen, Verehrung, Glauben und Liebe. Das Wörterbuch nennt Bhakti dabei als einen Weg zum Heil, neben dem Handeln (karman) und der spirituellen Erkenntnis (jñāna). Belegt ist diese Bedeutung unter anderem in der Shvetashvatara-Upanishad und in der Bhagavad Gita.

Was ist Bhakti Yoga?

Bhakti Yoga ist der Yoga der Hingabe. Beschrieben wird er in der Bhagavad Gita, einem Teil des indischen Epos Mahabharata. Darin spricht der Krieger Arjuna mit Krishna, der als Erscheinungsform des Gottes Vishnu gilt. Krishna empfiehlt ihm neben dem Weg des pflichtgemäßen Handelns (Karma Yoga) den Weg der Hingabe. Das zwölfte Kapitel beschreibt hingebungsvolle Menschen als freundlich, mitfühlend und dem Wohl aller Wesen zugewandt.

Fachleute unterscheiden im klassischen Yoga häufig vier Wege, die zu unterschiedlichen Wesensarten passen sollen. Neben Bhakti sind das Jnana (Erkenntnis), Raja (meditative Übung) und Karma (selbstloses Handeln).

Wie entstand die Bhakti-Bewegung?

Als religiöse Bewegung entstand Bhakti im 7. bis 9. Jahrhundert unserer Zeitrechnung im tamilischen Süden Indiens. Getragen wurde sie von Dichterheiligen, die Shiva oder Vishnu verehrten. Die Dichter:innen der Vishnu-Verehrung heißen Alvars. Die Verse des Alvars Nammalvar, der als bedeutendster von ihnen gilt, werden bis heute bei Prozessionen in zwei großen südindischen Tempeln vorgetragen. Von Südindien aus verbreitete sich die Bewegung über den ganzen Subkontinent. Zu den bekannten Gestalten der Bewegung zählen der mystische Dichter Kabir und Mirabai.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (4)