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Eutonie

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Auf den Punkt gebracht

Eutonie ist eine Methode der achtsamen Körperwahrnehmung, die die Pädagogin Gerda Alexander in Kopenhagen entwickelt hat. Mit Übungen im Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen sollen Übende ihren Körper genauer spüren und zu einer ausgeglichenen Spannung finden. Der deutsche Berufsverband betont, dass Eutonie keine Heilbehandlung ist, aussagekräftige Studien zur Wirkung gibt es kaum.

Was ist Eutonie?

Eutonie bedeutet „wohlausgeglichene Spannung“. Der Name verbindet das griechische „eu“ für gut oder harmonisch mit dem lateinischen „tonus“ für Spannung. Gerda Alexander selbst beschrieb Eutonie als Gleichgewicht der Spannungen. Gemeint ist ein Spannungszustand, der zur jeweiligen Lage passt, in völliger Ruhe ebenso wie in starker Bewegung.

Für ihre Übungen entwickelte Gerda Alexander mehrere Prinzipien, etwa Berührung, Innenraum, Kontakt, Transport und Intention. Beim „Kontakt“ richtet sich die Aufmerksamkeit über die eigene Haut hinaus auf einen Gegenstand oder eine andere Person. „Transport“ meint, dass der Druck des Bodens sich über das Skelett fortsetzt und so den Körper aufrichtet.

Woher kommt die Eutonie?

Gerda Alexander wurde 1908 in Barmen geboren, heute ein Teil von Wuppertal. Ihre Grundausbildung erhielt sie in Deutschland, ab 1929 arbeitete sie in Kopenhagen. Dort bildete sie von 1940 bis 1987 an ihrer eigenen Schule Lehrer:innen aus. Ihre Methode entstand im Austausch mit Musik, Theater, rhythmischer Erziehung, Pädagogik und Therapie.

Zunächst sprach sie von Rhythmik und Entspannungspädagogik. Den Namen Eutonie verwendete sie ab 1959. Gerda Alexander starb 1994 in Wuppertal. Ihre früheren Schüler:innen führen ihre Arbeit in Dänemark in einem eigenen Verein fort.

Wie läuft eine Eutoniestunde ab?

In der Gruppe liegen die Teilnehmenden zum Beispiel ausgestreckt auf einer Matte. Einfache, konkrete Aufgaben regen dazu an, achtsam zu berühren, zu spüren und sich zu bewegen. Mit Bällen, Bambusstäben oder Kirschkernkissen ertasten sie etwa das Schulterblatt, das Knie oder den Fuß. Geübt wird auch im Sitzen, Stehen und Gehen.

In einer Einzelstunde liegt die Person auf dem Rücken, auf der Seite oder auf dem Bauch. Die Eutonie-Pädagogin oder der Eutonie-Pädagoge legt zum Beispiel die Hände an die Schulter und gibt über Berührung und passives Bewegen Anregungen. Der deutsche Berufsverband betont, dass auch diese Einzelbegleitung keine Heilbehandlung ist.

Wer unterrichtet Eutonie?

Eutonie unterrichten Eutonie-Pädagog:innen. Der Deutsche Berufsverband für Eutonie Gerda Alexander beschreibt eine berufsbegleitende Ausbildung mit 450 Unterrichtsstunden, die mit Lehrprobe und Abschlussarbeit endet. Für die Arbeit mit Einzelpersonen gibt es eine Zusatzausbildung, die der Verband „Eutonie-Therapie“ nennt, obwohl er sie ausdrücklich nicht als Heilbehandlung versteht.

Ein Anwendungsfeld ist die Musik. An der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien wirkt eine Eutonie-Pädagogin im Lehrgang Musikphysiologie mit. Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten.

Was sagt die Forschung?

Zur Eutonie gibt es nur wenige Studien. Eine randomisierte Studie aus Brasilien verglich bei 80 Mädchen zwischen 10 und 13 Jahren Eutonie, eine weitere Bewegungsmethode und Pilates über zehn wöchentliche Einheiten. Über alle drei Gruppen hinweg verbesserten sich Teile der Haltung und die Beweglichkeit der hinteren Oberschenkelmuskeln, Rückenschmerzen wurden seltener genannt. Weil es keine Gruppe ohne Übungen gab, lässt sich daraus nicht ablesen, welchen Anteil die Eutonie selbst hatte.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (12)